Der Berg boomt!

ERBESKOPF. (fab) Ohne Risiko kein Spaß: Auf schneeglatten Straßen rutschten die Wintersportfreunde am Freitag zum "Late Night-Ski" und verwandelten die Piste in eine sportliche Party-Meile. Dabei wurde der 70. Lifttag ausgiebigst begossen.

Vier Stunden Anfahrt haben Sven und Nadja aus Mainz hinter sich, ehe sie ihre Snowboards aus dem Kofferraum nehmen und sich endlich zur Piste begeben können. "Egal wie das Wetter ist, die "Late Night" am Freitag ist für uns ein Muss", sagt Nadja. Maria Recktenwald ist in Neunkirchen/Saar losgefahren und hat bei Hermeskeil noch die Schneeketten montieren müssen. "Der Aufwand hierher zu fahren lohnt sich immer", so die Saarländerin. Ein 30 Liter-Fass Bier zum 70. Lifttag

Dagegen hat Skilehrer Armin Zang vergeblich auf seinen angemeldeten Kurs gewartet und begibt sich in die Schirmbar zum "Gipfelteam" um Betriebsleiter Klaus Hepp, das den 70. Liftbetriebstag mit einem 30 Liter Fass Bier begießt. "Durch das extreme Wetter sind heute weniger Leute gekommen", bilanziert Hepp nach einem Blick auf die Piste und prostet seinen Kollegen zu. Am gegenüberliegenden Stehtisch genehmigen sich Dirk und seine Freundin Tina ein wärmendes Glühbier. "Es schmeckt nach Glühwein und duftet nach Weihnachten", urteilt Tina nach kurzem Nippen. Mittlerweile ist das Flutlicht in Betrieb und am Lift sagen einige niederländische Skifahrer "Daankescheen", nachdem der "Liftboy" ihre Karte abgeknipst hat. Eine fünfköpfige Familie aus unserem flachen Nachbarland stärkt sich derweil an der Skihütte Britz. "Pommes und eine weiße Bratwurst bestellen die Holländer", weiß Astrid Britz aus Erfahrung. Deshalb verzichtet sie auch in Zukunft darauf, zusätzliche Käsespezialitäten auf die Speisekarte zu setzen. "Wir hatten bislang ein gutes Geschäft", sagt die Skihütten-Chefin und bedient schon den nächsten hungrigen "Late Nighter". Die Funbox auf dem Gipfel hat es dem Trierer Boarder-Trio Markus, Christian und Daniel angetan. "Wir können hier ungestört ein paar Sprünge üben", freut sich Markus darüber, dass heute etwas weniger los ist als sonst. Der 71-jährige Skifahrer Willi Müller aus Blankenrath lässt es da schon ruhiger angehen. "Ich bin wahrscheinlich der älteste Pistenhase hier", sagt Müller und genießt, dass er bis Mitternacht auf der Piste fahren kann. Am 70. Betriebstag hat Edgar Klein zum ersten Mal die Langlauf-Loipen gespurt, die über das Wochenende stark frequentiert wurden. Das Wintersportzentrum peilt an, die Schallmauer von 80 Betriebstagen zu durchbrechen "auch wenn es Backsteine regnet", so Hepp. Der diesjährige Wintersport-Boom würde damit Kultstatus erreichen. Aktuelle Informationen zu den Pistenverhältnissen sind über das Schneetelefon, ("sneeuwtelefoon") unter 06504/316 oder 06504/716 erhältlich.