Hundesteuer : Warum immer mehr Wittlicher auf den Hund kommen

Egal ob Dackel, Labrador oder Pudel - Hunde erfreuen sich in Wittlich besonders in diesen Jahr an großer Beliebtheit und das wirkt sich auch auf die Hundesteuereinnahmen aus.

Unter anderem durch die Corona-Pandemie sinken viele Steuereinnahmen – doch nicht die Einnahmen durch die Hundesteuer. Immer mehr Wittlicher entscheiden sich anscheinend dazu, einen neuen Lebensbegleiter anzuschaffen. Doch woran liegt das?

Könnte es aufgrund  der durch die Lockdowns und Kontaktbeschränkungen entstandenen Einsamkeit liegen? Oder weil man beispielsweise durch Homeoffice einfach mehr Zeit für sein geliebtes Tier hätte? Warum nun wirklich so viele Menschen den Schritt gehen und sich einen neuen tierischen Gefährten anschaffen, weiß man allerdings nicht. „Die Gründe hierfür sind uns nicht bekannt, daher können wir auch keine Rückschlüsse über etwaige Zusammenhänge mit der Corona-Pandemie ziehen“, so Rainer Stöckicht, Pressesprecher der Stadt Wittlich.

Derzeit seien 877 Hunde in der Säubrennerstadt gemeldet. Im Vergleich zu den Vorjahren ist dies ein deutlicher Anstieg. So sind von 2018 mit insgesamt 825 auf 2019 mit 832 Hunden nur sieben neue Tiere dazugekommen. Dieses Jahr sind demnach bisher bereits 45 neue Hunde angemeldet worden. Von 2011 bis 2017 war die Hundeanzahl von 858 sogar auf einen Tiefstand der vergangenen Jahre von 820 gesunken.

Was müssen die Hundebesitzer nun überhaupt an Steuern zahlen? „Die Hundesteuer in Wittlich beträgt für den ersten Hund 75 Euro, für den zweiten Hund 118 Euro und ab dem dritten Hund 209 Euro“, erklärt Stöckicht. Besitzer von Listenhunden müssten jedoch 800 Euro bezahlen. Das sind Hunde, die vom Land als potentiell gefährlich eingestuft wurden. Aktuell sei nur einer dieser  Hunde in Wittlich gemeldet. Ungefähr 70 000 Euro betrage die Hundesteuereinnahme 2020.

 Doch bringen die besten Freunde des Menschen nicht nur positive Aspekte mit sich. Stöckicht: „Probleme mit Verunreinigungen durch Hundekot ergeben sich auch in Wittlich, ebenso mit freilaufenden Hunden und anderen mit Hunden zusammenhängende Ordnungswidrigkeiten.“ Am 1. Januar 2020 habe die Stadt Wittlich eine neue Gefahrenabwehrverordnung erlassen. Dort sei der Umgang insbesondere mit Hunden geregelt. Wann und wo beispielsweise ein Hund an der Leine zu führen sei.

„Bei entsprechenden Verstößen kann die Stadtverwaltung ein Ordnungswidrigkeitenverfahren einleiten“, so der Pressesprecher. Das könne im Einzelfall schon mal bei einer Geldbuße in Höhe von 5000 Euro enden.

Zu einer solchen Ordnungswidrigkeit gehört auch, die Häufchen seines Tieres nicht zu beseitigen. Dafür sind in der Stadt Wittlich Spender aufgestellt, bei der man bei Bedarf kostenlos einen Hundekotbeutel nehmen darf und sie so samt Inhalt in einen Abfallbehälter entsorgen. Der täglich zu leistende Aufwand, durch Hunde verursachte  Verunreinigungen und Beschädigungen zu beseitigen, sei entsprechend groß, erzählt Stöckicht. Doch werde dies nicht durch die Hundesteuer finanziert.