Der Bischof der kleinen Leute

St. Albinus ist nach St. Michael der zweite Schutzpatron der Gemeinde Heidenburg. "Früher war der 1. März ein wichtiger Tag für die Bevölkerung von Heidenburg und den umliegenden Dörfern. Man kam in der Pfarrkirche zusammen, um insbesondere fürs Vieh in der Landwirtschaft zu beten", weiß Ortsbürgermeister Dietmar Jäger.

Heidenburg. Drei Jahrhunderte lang, bis 1970, wurde am 1. März die Tradition der Albinuswallfahrt gepflegt. Für die Heidenburger war am Fest des Heiligen Albinus Feiertag. Die Arbeit ruhte. Es war die zweite Kirmes im Ort.

An diesem Tag kamen viele Wallfahrer nach Heidenburg, um den Segen für sich und ihr Vieh zu erbitten. Die Pfarrei Büdlich kam in einer Prozession mit ihrem Pastor.

Aus den Moselorten Leiwen, Trittenheim, Köwerich und aus den Hochwaldgemeinden Schönberg und Berglicht kamen kleine Prozessionen und auch Einzelpilger.

Nach der Festmesse gingen die Wallfahrer zu ihren Verwandten oder Bekannten in Heidenburg. Es gab ein gutes Mittagessen und am Nachmittag Kaffee und Kuchen. Nicht selten kam es zu großen Familientreffen.

Die Büdlicher Leute sagten am Albinustag: "Et as Hädeborjadach" (Es ist Heidenburgertag). Am Samstag, 28. Februar, wird um 17 Uhr in der Pfarrkirche mit einem feierlichen Gottesdienst an Albinus erinnert, der als Bischof nie ein Blatt vor den Mund nahm, wenn es um Missstände ging, was ihn gerade bei denjenigen unbeliebt machte, die ihn in dieses hohe Amt in Angers (Frankreich) gehoben hatten.

Albinus wurde im Jahre 469 als Sohn einer wohlhabenden Familie geboren. Er trat früh in das Kloster Cincillac nahe bei Angers ein. Im Jahre 504 wählte man ihn zum Abt. Als im Jahre 529 der Stuhl des Bischofs von Angers neu besetzt werden musste, trugen ihm die Würdenträger der Stadt dieses Amt an.

Zum Entsetzen dieser galt seine Hauptsorge den Armen und allen Hilfsbedürftigen. Noch zu seinen Lebzeiten ereigneten sich um ihn wunderbare Dinge, die ihm den Ruf eines Wundertäters einbrachten. Albinus starb am 1. März 550 in Angers. Seine Verehrung reichte im Mittelalter von England bis nach Polen.

Von französischen Besatzungssoldaten hörten die Heidenburger von dem mächtigen Bischof Albinus. Der kümmere sich um die kleinen Leute. Der sorge sich um die Armen und Kranken, hieß es. Die Heidenburger beschlossen, diesen Heiligen in ihre Gebete und Bitten einzubeziehen.

Am 25. August 1715 gab es Klarheit durch das Wort des Weihbischofs Johann Matthias von Eyss: Die Heidenburger bekamen offiziell ihren Heiligen Albinus als zweiten Schutzpatron.

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