Der blanke Hohn

Zum Artikel "20 Euro für die jungen Schweine" (TV vom 17. Dezember) meint diese Leserin:

Die Entscheidung des Kreistages Bernkastel-Wittlich, allen Jagdpächtern 20 Euro für jeden erlegten Frischling zu zahlen, kann ich in keiner Weise nachvollziehen. Jedem Bauer und jedem Winzer, der von der Wildschweinplage betroffen ist, müssen die Aussagen von Kreisjagdmeister Günther Vanck wie der blanke Hohn erscheinen. Er behauptet - wie im TV zu lesen war -, Frischlinge würden deshalb nicht geschossen, weil sie "schwer zu treffen seien". Diese Aussage mutet wie eine Realsatire an: Sind Frischlinge plötzlich leichter zu treffen, weil es 20 Euro dafür gibt?

In Wahrheit geht es doch darum, dass der wirtschaftliche Anreiz fehlt, um die Frischlinge zu erlegen. Und für diesen wirtschaftlichen Anreiz soll der Steuerzahler mit bis zu 60 000 Euro in die Tasche greifen? Um den Herren Hobby-Jägern ihre Freizeitbeschäftigung zu finanzieren?

Dazu muss man wissen, dass jeder Jagdpächter verpflichtet ist, die angestrebte Zahl von zwei Wildschweinen pro 100 Hektar Waldfläche zu erreichen. Anstatt ihnen 20 Euro pro Frischling zu zahlen, sollte vielmehr darüber nachgedacht werden, rechtliche Schritte gegen solche Jagdpächter einzuleiten, die nicht in der Lage oder nicht willens sind, ihre Pflicht zu tun.

Und was macht der Kreistag? Anstatt an die gesellschaftliche Verantwortung der Jäger zu appellieren, werden zusäzliche Schulden gemacht, um diese Abschussprämie zu finanzieren. Wohin soll das führen?

Genauso gut könnten Feuerwehrleute fordern, für jeden gelöschten Brand eine zusätzliche Prämie zu bekommen.

Oder Polizeibeamte könnten für jeden ertappten Verkehrssünder eine Prämie von 20 Euro verlangen.

Renate Khoschlessan, Bernkastel-Kues

WILdschäden

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