Sport: Der Bürgermeister als Sportmoderator

Sport : Der Bürgermeister als Sportmoderator

Die Stadt Wittlich ehrt 61 erfolgreiche Sportler ihrer Vereine, aber auch Wittlicher, die außerhalb erfolgreich sind.

Die altehrwürdige Synagoge wird einmal jährlich zum Sportstudio. Nicht zum aktuellen. Die Ereignisse, bei denen es bei der Sportlerehrung der Stadt Wittlich geht, liegen alle im Vorjahr. Aber ein bisschen darf sich Joachim Rodenkirch als Sportmoderator fühlen. Eine Rolle, die dem Wittlicher Bürgermeister sichtlich behagt, wenn er die erfolgreichsten Sportler der Säubrennerstadt nach und nach auf die Bühne ruft und befragt.

Die Ehrung für Rheinland- und Landesmeister, Teilnehmer an nationalen, Europa- und Weltmeisterschaften ist alljährlich eine Sportschau quer durch die Wittlicher Vereinslandschaft vom Automobilclub Wittlich mit seinen Kartfahrern über den Flugmodellverein Lieserfalken, dem Karate-Club, dem Radsportclub Stahlross, der Handball-Spielgemeinschaft und der Schützengesellschaft bis hin zu den Groß- und Multisportvereinen PSV Wengerohr und Wittlicher TV (WTV).

Diese stellen mit ihren Leichtathleten und Schwimmern, aber auch Trampolinturnern (WTV) den Großteil der 61 Geehrten. Nicht vergessen werden aber auch erfolgreiche Wittlicher in auswärtigen Vereinen, wie die für Leverkusen auflaufende Handball-Bundesligaspielerin Jennifer Souza. Auch sie machen Wittlich bekannt und werben für die Stadt, sagt Rodenkirch.

„Es kann nur eine kleine Anerkennung sein“, weiß der Bürgermeister, dass die Medaille der Stadt nicht die Probleme einzelner Sportler, Sportarten oder Vereine lösen kann.

Dazu und zum gegenseitigen Verständnis kann aber der Austausch unter Sportlern und Vereinsvertretern beitragen. So erzählt der deutsche Modellflug-Vizemeister Mario Müller von den Lieserfalken beispielsweise, dass nach einer langen Europacup-Saison nur eine Sekunde zwischen Sieger und ihm als Zweitplatzierten liegen. Oder dass Radsportlerin Hannah Ludwig vom RSC Stahlross 28 000 Kilometer jährlich abstrampelt. Bei ihrer Aussage: „Heute habe ich einen Ruhetag mit nur zwei Stunden“, geht ein Raunen durch die Synagoge. Ansonsten hat die 19-Jährige, die mittlerweile für ein Profiteam fährt, einen Sechs-Stunden-Arbeitstag auf dem Rennrad. Knapp ein Prozent der rund 6500 Wittlicher Mitglieder von Sportvereinen konnte Rodenkirch diesmal ehren.

Ein großes Dankeschön gehe auch an die 133 Übungsleiter der Clubs, die die Erfolge erst möglich machen, betonte Bürgermeister Joachim  Rodenkirch.

Geehrte Sportler: Flugmodellverein Lieserfalken Wengerohr: Mario Müller. Handball-Spielgemeinschaft Wittlich: C-Jugend (Lea Freudenreich, Lea Gierenz, Lena Hansen, Mario Kalteis, Edona Kastrati, Ajana Lushaj, Anita Lushaj, Rieke Muscheid, Helena Schaaf, Louisa Sips, Karina Wanzidler, Rebecca Waibel, Verena Waibel, Trainer. Olaf Gierenz). Karate-Club Wittlich: Monika Pawelke, Kata-Mädchen-Team (Alexia Kopp, Lena Müller, Lina Richter). Polizei-Sportverein Wengerohr, Schwimmen: Hannah Schleidweiler. Leichtathletik: Jean-Paul Cossé, Patrick Gierten, Hiltrud Heermann, Birgit Marmann, Felix Moll, Julia Moll, Sebastian Tracht. Radsportclub Stahlross Wittlich: Silas Bossong, Jan Meyer, Hannah Ludwig. Schützengesellschaft Wittlich: Rolf Bernard, Horst Nagel, Adolf Thissen, Heinz Maas, Reinhold Kranz, Manfred Kröschel, Alfred Selzner. Wittlicher Turnverein, Leichtathletik: Chaibou Hassane, Maximilian Fuchs, Anna-Sophie Schmitt, Constantin Fuchs, Olaf Kartenberg, Florian Raadts, Simon Quint, Jamal Hassane. Trampolin: Nastasja Lames, Sarah Daus, Katharina Trossen, Kristin Schmidt, Moritz Berens, Florian Brahimi. Schwimmen: Heike Feldges. Automobilclub Wittlich: Fynn-Dag Kronenbusch, Fabian Roth. Vitelliusbad Wittlich: Thomas Berens, Cord Grefe. Wittlicher Sportler bei auswärtigen Vereinen: Albert Heinz (Karate- und Sportverein Trier), Schwimmerin Celine Rieder (Neckarsulmer Sport-Union), Läuferin Anna Rodenkirch (PST Trier), Handballerin Jennifer Souza (Bayer Leverkusen), Bodybuilderin Nicole Pruszak.