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Der Bürgermeister hat's vergessen

Der Bürgermeister hat's vergessen

ENKIRCH. Hoch her geht es derzeit im Tersteegenhaus, wo das Enkircher Dorf-Theater "aich – maich – daich" emsig für die Premiere des Schwankes "Die Gedächtnislücke" probt.

Über drei Akte und 120 Minuten erwartet die Zuschauer ein Stück, das für gute Laune sorgen wird, denn "es ist von Anfang an lustig", so Uli Spier, der die Rolle des stressgeplagten Bürgermeisters einer ländlichen Gemeinde spielt.Bürgermeister verliert Erinnerung

Eine alltägliche Geschichte, wie sie in jedem Ort passieren kann, wird hier mit viel Schmackes auf die Bühne gebracht. Zunächst vergisst Ortsvorsteher Franz Kubele den Hochzeitstag, was ihm Ärger mit der Gattin einhandelt. Zu allem Überfluss erscheint bei Kubele dann auch noch das Ehepaar Silberstein, das sich jeden Tag bei ihm beschwert: Das Krähen des Hahnes, das Läuten der Glocken und die probende Blaskapelle gehen den sensiblen Silbersteins auf die Nerven, und Kubele ist bereit, Abhilfe zu schaffen. Wie er dem Hahn das Krähen verbieten soll, weiß er noch nicht, aber die Glocken will er eigenhändig abhängen. Doch dabei passiert das Malheur: Ein Klöppel schlägt ihm an den Kopf und raubt ihm das Gedächtnis der letzten fünf Jahre. Nun wird's spannend. Amtsdiener Sepp nutzt die Situation raffiniert aus und sorgt erst einmal für seine Beförderung, bevor er die Probleme der Silbersteins auf seine Weise löst. Schwatzbase Emma aus dem Lädchen, viele Gerüchte und eine heiratswillige Sekretärin, die mit ihrer Annonce dazu beiträgt, das die Situation in der Amtsstube eskaliert, sorgen für heitere Verwicklungen, und die muntere Theatertruppe dürfte die Lacher auf ihrer Seite haben. Seit 1991 gibt es das Dorf-Theater, das zur Karnevalsgesellschaft 1884 Enkirch e.V. gehört und jedes Jahr eine Aufführung einstudiert. 20 Laienschauspieler gehören der Truppe an, im jüngsten Schauspiel sind zehn Aktive mit viel Freude dabei. Alles hört auf das Kommando von Petra Spier, die als Regisseurin präzise Anweisungen gibt. Jeder Satz und jeder Schritt muss schließlich sitzen. "Einer ohne den anderen, das funktioniert nicht", beschreibt Uli Spier den Zusammenhalt des Ensembles, das auf viele helfende Hände auch hinter der Bühne angewiesen ist. Angenehmer Stress

Seit dem Sommer wird geprobt, anfangs nur einmal pro Woche, jetzt hat der Endspurt begonnen, und da steht die Truppe auch schon mal einen ganzen Tag auf der Bühne. "Wir sind drei Monate im angenehmen Stress", beschreibt Uli Spier das Einstudieren des Stückes. Weitere Laienschauspieler sind in der Truppe herzlich willkommen. Informationen gibt es bei Gerd Becker, Telefon 06541/9066, oder im Gasthaus "Zur Krone", wo sich die Truppe immer am ersten Dienstag eines Monats um 20 Uhr trifft. Veranstalter der Aufführung sind die Karnevalsgesellschaft und der Heimat- und Verkehrsverein Enkirch. Der Schwank wird am Samstag, 21. Oktober, Freitag, 27. Oktober, und Samstag, 28. Oktober, jeweils um 20 Uhr im Tersteegenhaus in Enkirch aufgeführt. Karten für fünf Euro können im Verkehrsbüro Enkirch, Telefon 06541/9265, reserviert werden und sind an der Abendkasse erhältlich.