Der Burgfrieden hält nicht lange

THALFANG. Personelle Veränderungen bei der Freien Wählergemeinschaft (FWG) der Verbandsgemeinde Thalfang: Uwe Kollmann hat sein Amt als Fraktionsvorsitzender der FWG im Verbandsgemeinderat niedergelegt und ist auch aus der Gruppierung ausgetreten.

Mit "unüberbrückbaren Differenzen in vielen politischen Fragen" begründet Uwe Kollmann seinen Rücktritt als FWG-Fraktionssprecher gegenüber dem TV. In einer Vorstands- und Fraktionssitzung, die einer Standortbestimmung dienen sollte, habe keine Einigung erzielt werden können. Er sehe keine weitere Basis für eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Kollmann legt nicht nur seinen Fraktionsvorsitz, sondern auch sein Ratsmandat nieder. Er wolle nicht als "fraktionsloser Einzelkämpfer" im Gremium sitzen und als "Mehrheitsbeschaffer" fungieren. Auch aus der FWG ist er nach eigenen Angaben ausgetreten. Bereits in den vergangenen Monaten war es zu Spannungen bei den Freien Wählern gekommen. Auslöser war die Zustimmung Kollmanns zur Sauna-Erweiterung mit einem Kostenvolumen von 189 000 Euro im vergangenen September, nachdem die Freien Wähler sich in der Vergangenheit stets kritisch zur Finanzierung des Erholungs- und Gesundheitszentrums (EGZ) geäußert hatten. Bis heute steht der Gewerbeaufsichtsbeamte aus Talling zu seiner Entscheidung: Er wolle sich für eine Einrichtung einsetzen, die "auch ein Stück Lebensqualität für die Bürger" darstelle. Bei einer Mitgliederversammlung im November schienen sich die Wogen geglättet zu haben. Kollmann, der bis dahin auch FWG-Vorsitzender gewesen war, verzichtete bei den Vorstandswahlen auf dieses Amt und beschränkte sich auf den Stellvertreter-Posten. Der neue "Parteichef" war kein Unbekannter: Helmut Schuh, Gründer der Gruppierung und Vorgänger Kollmanns auf diesem Posten. Doch der Burgfrieden hielt nicht lange. Kollmann legt Wert auf die Feststellung, dass man "ohne großen Bohei und nicht im Streit" auseinander gegangen sei. Kollmann habe sich mit den Zielen der FWG nicht identifizieren können und deshalb die Konsequenzen gezogen, kommentiert Schuh die Entscheidung und begrüßt sie. Nach wie vor sind der FWG laut Schuh die Defizite vor allem für das EGZ und das Hunsrückhaus ein Dorn im Auge. Er sei nicht dafür, diese Einrichtungen zu schließen, allerdings müsse man über eine (Teil-)Privatisierung nachdenken. Die Umweltbildungsstätte sei in der Form "unnötig wie ein Kropf". Seiner Auffassung nach müsse man sich darum bemühen, sie zur Außenstelle des Umweltcampus in Birkenfeld zu machen. Diese Forderungen müssen nach Auffassung von Schuh verstärkt in den VG-Rat getragen werden. Doch wer soll das künftig tun? Helmut Schuh glaubt nicht daran, dass sich diese Frage bis zur nächsten Ratssitzung am 29. März klären lässt.Nachrückerfrage zunächst ungeklärt

Unklar ist auch, wer überhaupt in den Rat nachrückt. Die Nummer Eins auf der "Warteliste" ist pikanterweise Egon Adams, als Ortsbürgermeister in Horath Nachfolger von Helmut Schuh. Doch Adams hat den Freien Wählern ebenfalls die Mitgliedschaft gekündigt. Was die Gründe angeht, gibt er sich zugeknöpft: "Das Thema ist für mich abgeschlossen." Sie dürften allerdings im persönlichen Bereich zu suchen sein. Schuh hatte Adams in der Vergangenheit im Horather Gemeinderat unter anderem wegen der geplanten Verwendung von Mitteln aus der Jagdpacht heftig angegriffen. In Sachen Ratsmandat winkt Adams ab. Wer also künftig neben Rudolf Junk und Günter Klassen für die Freien Wähler im Rat sitzt, ist derzeit unklar. Definitiv ist allerdings, dass das neue Ratsmitglied nicht Helmut Schuh heißen wird. Denn der hatte bei der Kommunalwahl 2004 gar nicht mehr kandidiert.

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