Der Burgweiher in Manderscheid liegt sehr idyllisch

Landschaft : Ein Weiher im Dornröschenschlaf

TV-Landmarken in der Region: Der Burgweiher in Manderscheid liegt  idyllisch unterhalb der Niederburg. Er diente  bereits zur Fischzucht, zum Baden und zum Rudern. Inzwischen ist er etwas in Vergessenheit geraten.

„Schlittschuhfahren konnte man hier ganz wunderbar.“ Erich Pantenburg gerät ins Schwärmen, wenn er sich an seine Kindheit erinnert. Und an die Zeit, als der Burgweiher noch jedes Jahr für einige Zeit zugefroren war. „Wir sind immer mit etlichen Kindern zu Fuß hierher gegangen, haben auf Schlittschuhen den Nachmittag verbracht und sind dann wieder zu Fuß nach Hause gegangen und schließlich müde ins Bett gefallen.“ Das war in den 1960er Jahren.

 Bis in die 1990er Jahre hinein ist der Weiher zugefroren, aber in den vergangenen Jahren nicht mehr. „Ganz ideal war die Eisfläche auch nicht, denn von Bäumen um das Gewässer sind immer wieder Tropfen oder  Moos gefallen, die das Vergnügen eingeschränkt haben“, das weiß Georg Fox, Revierförster in Manderscheid.

Zum Burgweiher kommt man über den Grafschaftspfad, einen Rundweg mit Anbindung an den Eifelsteig. Vom Parkplatz der Burg kann man ebenfalls in rund 15 Minuten zu Fuß zum Weiher kommen. Man geht Richtung Manderscheid und dann links einen Feldweg hinunter. Schon auf der Strecke sieht man spannende Felsformationen, die Lieser säumt einen Teil, und über Holzbrücken kommt man schließlich zum Burgweiher. Einen beeindruckenden Weißtannenbestand kann man rund um den sich nierenförmig um den Fels windenden Weiher sehen. Auch Silberblätter aus der Gattung der Kreuzblütengewächse kommen dort vor. Im Gewässer, das vom Angelverein Manderscheid betreut wird, sind Forellen, Rotaugen, Graskarpfen. Und man kann im Sommer exotische Wasserschildkröten sehen, die einmal hier ausgesetzt wurden. Hans-Jürgen Neuhaus weiß: „Die fühlen sich dort sehr wohl. Aber wenn sie einen bemerken, sind sie ganz schnell wieder im Wasser.“ Erwähnt ist der 0,8 Hektar große Burgweiher im „Trierischen Landboten“ vom 6. Dezember 1889, wie Günter Fröhlich zum Manderscheider Burgweiher schreibt. Dort stand: „Zur Zeit der Grafen von Manderscheid wurde der Platz zur Anlage des Burgweihers dadurch gewonnen, dass mit einem erheblichen Kosten- und Arbeitsaufwand, die Felsen unterhalb der Burgen gesprengt, und der Lauf des Lieserbaches verändert wurden, um das alte Bachbett zu einem großen Weiher anzulegen.“

 Im Mittelalter diente er den Burgherren als Fischteich. In der Zeit Napoleons verlandete der Burgweiher. Und die Bauern haben ihr Vieh dort grasen lassen. Das ging bis 1889, als ein Fabrikant von der Mosel 5000 Reichsmark für den Weiher zahlte und ihn wieder zu einem Fischteich machen wollte. „Welche Beziehung der Mann zu Manderscheid oder dem Burgweiher hatte, dass er ihn kaufte, ist nicht bekannt“, berichtet der Revierförster. 1890 hat sich neben dem Eifelverein ein weiterer Verein gegründet, der sich um eine Aufwertung der Landschaft bemüht hat, der „Manderscheider Verschönerungsverein“.

Die Verantwortlichen kauften Ruderboote und ein Badehaus. Doch das Gewässer litt stark unter Algen, so dass kein echter Badebetrieb aufkam. Das Badehaus wurde  später durch eine Schutzhütte ersetzt. Bis in die 1970er Jahre, als die Kläranlage gebaut wurde, gab es keinen Wirtschaftsweg zum Weiher.

Die Wasserhöhe des Burgweihers wird mit einer Vorrichtung geregelt, die in Fachkreisen Mönch heißt. Der ist aus Holz und inzwischen faul, sodass er ersetzt werden muss. Im kommenden Jahr wird es zudem Wegearbeiten dort geben, so dass man anschließend wieder gemütlich um den Weiher spazieren kann. Ob man wieder Eislaufen können wird, scheint aber unwahrscheinlich.

Mehr von Volksfreund