Der Bus fährt keinen Umweg

In Hetzerath geht die Auseinandersetzung mit der Rhein-Mosel Verkehrsgesellschaft (RMV) in die nächste Runde. Die Gemeindespitze will es nicht hinnehmen, dass die Schulbusse weiterhin nur eine Haltestelle anfahren.

Hetzerath. (sys) Der Gemeinderat hatte sich Anfang Oktober mit einer Resolution an die RMV gewandt. Es sei inakzeptabel, dass die Schulbusse morgens die Haltestellen in der Kirchstraße und am Kreisel nicht anfahren, hieß es darin.

Bereits im März hatte es die Forderung gegeben, dass der für etwa 20 000 Euro gebaute Buswendeplatz am Ortsausgang Richtung Föhren genutzt werde. Der war entstanden, damit Schüler in der Kirchstraße zusteigen können.

In ihrer Antwort auf die Resolution bleibt die RMV hart. "Wir sehen keine Notwendigkeit, die Haltestelle Hetzerath, Kirchstraße/Wittlicher Straße wie vor Beginn der Baumaßnahme zu bedienen", schreibt die RMV. Die Wege, die Schüler dadurch in Kauf nehmen müssten, widersprächen nicht den Richtlinien der Schülerbeförderung, so ein Sprecher. Laut Richtlinie sind Wege unter zwei Kilometern zumutbar.

Würden die Busse die Kirchstraße anfahren, müssten die beiden betroffenen Busse, die um 6.55 Uhr und um 7.11 Uhr in Erlenbach starten, fünf Minuten früher abfahren. "Unsererseits entstehen zusätzliche Kosten täglich für beide Fahrten zusammen von circa 3,2 Kilometern", listet der RMV-Sprecher Argumente gegen die Forderung der Gemeinde auf. Zudem könne er nicht nachvollziehen, warum Grundschüler den Weg zur Grundschule bewältigen könnten, für ältere Schüler der Weg bis zur dortigen Haltestelle aber zu weit sei.

Die Behauptung der Gemeinde, die neu ausgebauten Haltestellen lägen brach, sei schlichtweg falsch, so der RMV-Sprecher. "Bis auf die beiden genannten Fahrten werden bei allen anderen Fahrten beide oder aus zeitlichen Gründen eine bedient." Werner Monzel, Hetzeraths erster Beigeordneter, bleibt bei der Aussage.

Als Kompromiss schlägt der Sprecher der RMV vor, eine Haltestelle aus Erlenbach kommend am Kreisel einzurichten. Werner Monzel sieht darin keine Lösung. Es sei gar kein Platz dafür vorhanden. Monzel versichert: "Wir werden in der Sache nicht locker lassen." Er sei verärgert, dass die RMV bei den Planungen zum Ausbau der Ortsdurchfahrt mit am Tisch gesessen hätte, aber nun die Haltestellen nicht anfahre. Für die weitere Auseinandersetzung mit der RMV hofft er auf die Unterstützung der angeschriebenen Landtagsabgeordneten und des Landesbetriebs Mobilität.

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