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Der Dialog ging über zwölf Runden

Der Dialog ging über zwölf Runden

Der erste Infoabend zum Thema Nationalpark hat am Montagabend stattgefunden. Über zwei Stunden wurde über verschiedene Aspekte des Nationalparks diskutiert. Windkraft hat dabei eine große Rolle gespielt.

Kreis Birkenfeld. Nur schwer kam am Montagabend in Leisel der erste Bürgerdialog zu einem Nationalpark im Hochwald ins Laufen. Knapp 100 Interessiertefüllten die Vereinshalle, wo Claudia Jörg vom Verein "Engagierte Bürger" in Simmern zunächst die zwölf Schwerpunktthemen, die jeweiligen Antwortgeber sowie das Prozedere dieses "Dialogs, bei dem jeder fragen und sagen darf, was er will", vorstellte.
Die ersten 30 gingen nach gut einer halben Stunde, als Besucher aufgefordert wurden, der Markierung an ihrem Stuhl folgend, zur ersten Gesprächsrunde anzutreten.
Über Kindergartenkram, Bevormundung und Mundtotmachen schimpften einige Nationalparkkritiker vor der Tür. Drinnen näherten sich Besitzer der Platzkartennummer 1 der Gesprächsrunde "Naturschutz", wo die Experten Michael Altmoos und Hans-Joachim Werner an Stehtisch und Pinnwand warteten. Nach jeweils zehn Minuten wechselten die Runden. So hatte jeder Gelegenheit, im relativ kleinen Kreis und zu sämtlichen Themen zu Wort zu kommen. Rechtliche Aspekte eines Nationalparks, Holz, Jagd und Windkraft, die Auswirkungen auf Regionalentwicklung, Tourismus und Bildung sowie Entscheidungsebenen, Öffentlichkeitsarbeit, Bürgerbeteiligung und Rolle der Gemeinden wurden abgehandelt und als Stichwortzettel an die Pinnwand geheftet.
Nach mehr als zwei Stunden - ein weiteres Drittel der Besucher hatte man inzwischen an die Fußball-EM verloren - die Schlussrunde mit der Vorstellung von Gesprächsergebnissen. Offen blieb nicht nur die Frage, wer letztlich wann und wo über den Nationalpark entscheidet. Auch die als Fortsetzung des Dialogs angekündigten Arbeitskreise bleiben weiterhin von Zukunftsnebeln umhüllt.
Mehr als erwartet spielte das Thema Windkraft beim Dialog in Leisel eine Rolle. Dass die naturbelassene Nationalparkfläche Borkenkäfern, aber auch anderen vierbeinigen Schädlingen des Waldes als Rückzugsgebiet diene, machte dem Jagdexperten kaum Angst: Es werde ein Wildtiermanagement geben.
Das Thema Holzwirtschaft spielte fast schon eine Nebenrolle: Sägewerke müsse man unter Umständen aus anderen Regionen bedienen, sagte Dr. Harald Egidi aus dem Umweltministerium. Private Brennholzversorgung sei im Dialog mit den Kommunen zu klären.kpm