Der Dialog ist der beste Friedensstifter

Die Partnerschaft zwischen Bernkastel-Kues und dem tschechischen Karlsbad besteht seit fast zehn Jahren. Gelebt wird sie auf mehreren Ebenen. Eine große Stütze sind die beiden Gymnasien.

Bernkastel-Kues. (cb) Partnerschaften zwischen Gemeinden, Städten und Regionen sollen nicht nur von Ratsmitgliedern und Bürgermeistern aufrechterhalten werden, sondern in erster Linie von den Bürgern. Solche Sätze sind immer wieder zu hören, wenn solche Verschwisterungen gewürdigt werden. Das gilt auch für Bernkastel-Kues, wo es 2010 Anlass zum Feiern gibt. Dann besteht die Partnerschaft zwischen der Stadt und dem tschechischen Karlsbad zehn Jahre,

Mit Leben erfüllt wird sie unter anderem von Schülern der beiden Gymnasien. Alle zwei Jahre weilt je eine Gruppe aus Bernkastel-Kues und Karlsbad in kurzem Zeitabstand im anderen Land. "Das ist gelebte Partnerschaft", sagt Magdalena Knerova, die in Karlsbad Tschechisch und Deutsch unterricht und auf dieser Seite von Anfang an für die Organisation zuständig ist.

In diesem Jahr beschäftigten sich die Schüler mit Biologie und Chemie. In Karlsbad untersuchten sie, warum sich Blätter im Herbst färben, in Bernkastel-Kues kamen sie anhand von Proben dem Leben im Wasser auf die Spur. Natürlich lernten sie aber auch Land und Leute kennen. "Bernkastel-Kues ist märchenhaft, und die Leute sind richtig nett", ziehen Lenka Kubickova und Lucie Hronova Bilanz. Ähnliches berichten Marlies Weber und Laura Schleder von ihrem Aufenthalt in Karlsbad.

"Es ist ein ganz tolles Gefühl, wenn man sieht, dass sich junge Leute verstehen. Da hat sich ganz viel entwickelt", sagt Lehrer Martin Gietzen, der am Bernkastel-Kueser Gymnasium die Partnerschaftsfäden zieht. "Ich fühle mich inzwischen hier zu Hause", ergänzt seine tschechische Kollegin.

Auch Alfred Schmitt, Direktor des Nikolaus-von-Kues-Gymnasiums, ist froh. "Schüleraustausch ist wichtig, weil man mit anderen spricht und nicht über andere. Eine solche Begegnung kann durch nichts ersetzt werden", sagt er. "Das Zusammensein fördert den Zusammenhalt", erläutert Stadtbürgermeister Wolfgang Port, "die Gymnasien sind uns bei der Partnerschaft eine große Stütze."