Der Doktor und das liebe Bier

Es ist schon klor, je der Gemeinderat oder auch VG-Rat hat so seine Eigenarten. In Rivenich zum Beispiel ist man bodenständig. Da wird so breites Platt geredet, dass so mancher Auswärtige nicht viel mitbekommt.

Im VG-Rat Wittlich-Land hingegen ist man großzügig. Nach einer langen Sitzung applaudieren die Ratsmitglieder schon mal dem Pressemenschen, wenn er bis zum Schluss geblieben ist - und das obwohl sie selbst doch viel länger bleiben müssen, denn die nicht-öffentliche Sitzung wartet noch auf sie. An dieser Stelle ein Hoch auf alle Ratsmitglieder! Schließlich investieren sie ihre Freizeit und ihre Kraft in Arbeit für die Region. Aber was ich eigentlich erzählen wollte: Der Stadtrat Manderscheid, der ist was Besonderes, dort geht es sehr vornehm zu. Da wird "Frau Doktor" das Wort erteilt - und dann darf die Historikerin Elke Leonhard sprechen. Dann gibt es aber auch den "Herrn Doktor" - das ist der Arzt Alexander Stölben. Krönung der distinguierten Umgangsformen ist allerdings "Frau Vorsitzende" - so nennt der VG-Bürgermeister Wolfgang Schmitz die Stadtbürgermeisterin Christel Praum. Tja, Manderscheid ist eben nicht irgendeine Stadt, Manderscheid ist Kurstadt, und da pflegt man gewisse Formen. Aber die Verpackung ist eben doch nicht alles, sagt meine Wilma immer. Recht hat sie. Und so stehen in Manderscheid dann doch die Ergebnisse der Sitzungen zuweilen im ziemlichen Gegensatz zu den gepflegten Umgangsformen. Diese Woche zum Beispiel, da gab es ziemlich Zoff um die Beigeordneten. War auch komisch, was die CDU, die die absolute Mehrheit hat, da verlangte. Die wollte dem Forum nur dann einen Beigeordneten-Posten überlassen, wenn Betreffender sein Mandat im Stadtrat beibehält. Das wollte das Forum nicht, und nun hat die SPD den Beigeordneten, und die Stimmung beim Forum ist ziemlich mies. Ich denk' mir ja: Die sollten doch mal alle Bier oder Wein miteinander trinken. Danach wird sich dann geduzt - und dann kann man sich viel besser kloppen - und vor allem wieder vertragen. Kann sein, dass ich es mir da ein bisschen einfach mache. Das bemängelt Wilma auch immer. Aber dafür kann zu mir wenigstens niemand sagen, dass meine Ratschläge nicht schmecken. In diesem Sinne Prost! Euer