Der dritte Imagefilm der Initiative „Lebendige Moselweinberge“ beschäftigt sich mit der Felslandschaft zwischen Erden und Ürzig.

WEINBAU : Filmpremiere für Felsen

Der dritte Imagestreifen der Initiative „Lebendige Moselweinberge“ beschäftigt sich mit der Landschaft zwischen Erden und Ürzig.

Strahlender Sonnenschein, glänzende Gemälde, leuchtende Augen, blendende Laune. Es passte alles bei der Premiere des neuesten Films zu einem Leuchtpunkt der Artenvielfalt. Die rheinland-pfälzische Arbeits- und Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, der Bremer Senator Martin Günthner und über hundert Gäste waren von den bewegten Bildern angetan, die besondere Tier- und Pflanzenarten der Felsenlandschaft oberhalb der römischen Kelteranlagen zeigten.

Einen schöneren Rahmen für eine Filmpremiere kann man sich nicht wünschen. Direkt am Fuße des Leuchtpunktes „Erdener Prälat/Treppchen&Ürziger Sonnenuhr“ wird in den alten römischen Gemäuern der Kelteranlagen ein Stück historischer Weinkulturlandschaft in beeindruckenden Bildern präsentiert.

Es ist der dritte Film, der einen Leuchtpunkt der Artenvielfalt als Projekt der Initiative „Lebendige Moselweinberge“ mit Naturaufnahmen in Szene setzt.

In der grandiosen Felslandschaft an der Gemarkungsgrenze von Erden und Ürzig wimmelt es von besonderen Tier- und Pflanzenarten. Hier lebt die extrem seltene Zipp­ammer und die größte Eulenart der Welt, der Uhu. Zarte Bläulinge flattern von Blüte zu Blüte und die Mauereidechse findet sowohl in den Felsen, als auch in den dazwischen eingebetteten Rebflächen ihren perfekten Lebensraum.

In dem fünfminütigen Film nimmt die Naturerlebnisbegleiterin und Winzerin Kiki Pfitzer-Simon Gäste und Zuschauer mit auf die spannende Tour über den Erdener Klettersteig. Hier kann der Leuchtpunkt hautnah erlebt werden.

Sie treffen dabei auf Claudia Müller, ebenfalls Naturerlebnisbegleiterin und Winzerin, die die Ürziger Sonnenuhr vorstellt. Oder auf den mit einer Monorackbahn durch die Weinberge fahrenden Winzer Stefan Justen, der gleichzeitig Vorsitzender des Fördervereins Römerkelter Erden ist. Dem Betrachter gewährt der Film besondere Einblicke in die vielfältige Welt der Moselweinberge und lädt zum eigenen Erleben in der Landschaft ein.

Hubert Friedrich, Leiter des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) Mosel, hob in seiner Rede die globale Bedeutung der biologischen Vielfalt hervor.

Die Initiative „Lebendige Moselweinberge“ sei ein lokaler Beitrag in einem weltweiten Prozess zum Erhalt der Flora und Fauna, der vor zweieinhalb Jahrzehnten in Nairobi und Rio begonnen wurde. Eine intakte Landschaft habe zudem eine hohe wirtschaftliche Bedeutung, insbesondere in einer Urlaubs- und Weinregion wie die Mosel sie darstellt. Besonders wichtig sei, die Menschen vor Ort mitzunehmen. Mit der Ausbildung von 122 Naturerlebnisbegleitern sei  eine wertvolle Basis geschaffen, die Vielfalt in den Moselweinbergen zu erhalten und zu fördern. Die Leuchtpunkte der Artenvielfalt sollen entlang der ganzen Mosel Orte sein, in denen die besondere Tier- und Pflanzenwelt erlebt werden kann.

Sieben Leuchtpunkte sind bereits ausgezeichnet, jedes Jahr sollen drei weitere hinzukommen. Mit den Filmen zu den Leuchtpunkten sollen Einheimische und Gäste auf diese Schätze der Weinkulturlandschaft aufmerksam gemacht und für deren Schutz sensibilisiert werden.

Das ist bei der Filmpremiere in Erden gelungen. Die Bremer Gäste mit Senator Günthner wissen nun, dass ihr „Bremer Weinberg“ in einem außerordentlich beeindruckenden Teil des Moseltals liegt.

Da wird der edle Tropfen des Bremer Senatswein sicherlich noch besser schmecken. Wie berichtet bewirtschaften Menschen mit Behinderungen des Bremer Martinshofs seit Jahren in Erden einen Weinberg nahe der römischen Kelterstation. Der Erlös kommt der Arbeit mit und für Menschen mit Behinderungen zugute.

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