Der Duft der großen weiten Welt

Die Mosel ist eines von 13 deutschen Weinanbaugebieten. Bis Ende 2012 sollen weltweit mehr Weinfreunde als bisher wissen, dass deutscher Wein zu den besten seiner Art auf der Welt gehört.

 Der neue Steillagen-Vollernter dreht während des Moselweinbautags seine Runden. TV-Foto: Clemens Beckmann
Der neue Steillagen-Vollernter dreht während des Moselweinbautags seine Runden. TV-Foto: Clemens Beckmann

Leiwen. Volles Haus am ersten Tag, volles Haus auch am zweiten Tag. Der "Mosel Weinbautag" im Leiwener "Eurostrand" erfreute sich einer großen Aufmerksamkeit. Am zweiten Tag erfuhren die Winzerinnen und Winzer unter anderem, mit welchen Zielen und Strategien das Deutsche Weininstitut (DWI) die kommenden Jahre angeht. Das DWI ist unter anderem für das Marketing des deutschen Weines zuständig und vertritt alle 13 deutschen Weinanbaugebiete auf den interessanten Märkten im In- und Ausland. Monika Reule, seit April 2007 Geschäftsführerin des Verbandes, erläuterte, wie der deutsche Wein in den kommenden Jahre auf breiter Basis neue Freunde gewinnen soll. Sowohl im Inland als auch im Ausland will das DWI mit klaren Botschaften und aufeinander aufbauenden einheitlichen Marketing-Konzepten auftreten. Im Ausland sollen vorrangig Riesling und Spätburgunder als Aushängeschilder präsentiert werden. Im eigenen Land ist die Palette größer. Hier liegt die geografische Konzentration auf Großstädten wie Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig und München. Zielgruppe sind in erster Linie die modernen, gut situierten und gebildeten 30- bis 55-Jährigen. Betont werden sollen die Einzigartigkeit bestimmter deutscher Rebsorten, Weinkultur und Tourismus sowie die Botschaft, dass der Wein zum modernen Lebensstil passt.Für das Marketing stehen dem DWI derzeit etwa 8,8 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Im Vergleich zu anderen Branchen ist das wenig. Nach Auskunft von Monika Reule stecken manche deutsche Brauereien dreistellige Millionenbeträge ins Marketing. Trotzdem ist Monika Reule optimistisch. Sie setzt vor allem auf das Zugpferd Riesling. Ihr Wunsch: "Ende 2012 sollen mehr Konsumenten als bisher wissen, dass deutscher Wein zu den besten Weinen der Welt gehört."Hoch interessant und in einigen Passagen fast philosophisch gestaltete sich das Referat (Der Weinmarkt von morgen ist anders) von Stefan Hermen (Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Mosel). An der Mosel habe sich einiges getan, sagte er. Aus einem Gegeneinander habe sich, wenn auch aus der Not geboren, ein Miteinander entwickelt, dass sich zum Beispiel in wesentlich besseren Preisen für die Erzeuger manifestiere. Dies dürfe aber keine Momentaufnahme sein, sondern müsse sich langfristig niederschlagen und weiter entwickeln. "Die Lust der Deutschen am Genuss ist wieder im Anflug. Geiz ist geil ist out. Reiz ist geil", sagte er.