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Der erste Landwirtschaftliche Brennmeister im Land

Der erste Landwirtschaftliche Brennmeister im Land

Peter Börker aus Reil ist Winzer und Schnapsbrenner. Seit einigen Wochen darf er sich Landwirtschaftlicher Brennmeister nennen. In Rheinland-Pfalz ist er der Erste mit diesem Titel. Gelernt hat er in Baden-Württemberg, weil es hierzulande eine solche Ausbildung nicht gibt.

Reil. (sim) Wer Winzer, Landwirt oder Schnapsbrenner werden will, braucht keine Ausbildung. Doch inzwischen gibt es kaum noch junge Bauern oder Winzer, die nicht ihren Beruf auf einer Schule und in einem Ausbildungsbetrieb gelernt haben. Viele machen im Anschluss die Meister- oder Technikerprüfung.

Anders bei den Schnapsbrennern. Für den Beruf des Brenners werden in Rheinland-Pfalz keine Ausbildungsstellen angeboten. Eine Weiterbildung zum Landwirtschaftlichen Brennmeister ist ebenfalls nicht möglich - wohl aber in Baden-Württemberg, dem Land der Schnapsbrenner.

Peter Börker, der die Tradition der Schnapsbrenner-Familie Nalbach fortsetzt, hat sich in den vergangenen Jahren die entsprechenden theoretischen und praktischen Kenntnisse in Baden-Württemberg angeeignet. Das Brennrecht hat die Familie schon fast hundert Jahre. Der Ururgroßvater von Peter Börker, Peter Nalbach, erwarb es bereits im Jahre 1913.

Seine Brennerausbildung machte Peter Börker in den Jahren 2003 und 2004 an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau (LVWO) Weinsberg. Seit dem Jahr 2008 ist es an der LVWO Weinsberg auch möglich, die Meisterprüfung im Beruf des Landwirtschaftlichen Brenners abzulegen. Peter Börker meldete sich an und hat seit wenigen Wochen sein Meister-Diplom in der Tasche. Börker: "Mir ist immer wichtig, meinen Horizont zu erweitern. Man kann nie genug lernen."

Der 30-Jährige lernte viel über die Auswahl der Rohstoffe, über die Destillation und Reifung bis zum Abfüllen der hochprozentigen Endprodukte. Er besuchte mit seinen Mitschülern Brennereien im Schwarzwald und in Bayern. Börkers Spezialgebiet ist der Tresterbrand. Trestermaische vom Riesling, Gewürztraminer, Rivaner und Dornfelder füllt er in die Brennblase und erhält sortenreine Edelbrände mit unterschiedlichen Aromen. Daneben brennt er Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Mirabellen, Johannisbeeren, Kirschen und Quitten. Er selbst besitzt 150 Obstbäume, 80 weitere will er demnächst noch pflanzen. Und was ist das Wichtigste beim Brennen? Brennmeister Börker: "Natürlich sehr gute Rohstoffe. Und: Ein guter Brand braucht viel Zeit."