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Der erste Windpark in der VG Wittlich-Land rückt näher

Energie : Der erste Windpark in der VG Wittlich-Land rückt näher

Die Firma Juwi plant einen Windpark mit 19 Windrädern auf 416 Hektar Fläche zwischen Orenhofen, Heidweiler und Niersbach-Greverath. Der Planaufstellungsbeschluss wurde vom Gemeinderat Niersbach auf den Weg gebracht. Über das Tempo des Zeitplans gibt es unterschiedliche Meinungen.

Die Verbandsgemeinde Thalfang ist im Kreis Bernkastel-Wittlich mit 32 Windrädern der Spitzenreiten bei dieser Art der Energieerzeugung. In der Verbandsgemeinde Wittlich-Land  dreht sich derzeit noch kein Windrad, aber die Planungen für die ersten Anlagen nehmen Gestalt an.

Die Firma Juwi, die Windenergieparks baut und immer auf der Suche nach geeigneten Flächen ist, möchte auf einem Areal von 416 Hektar einen Windpark mit 19 Windrädern bauen. Das vorgesehene Plangebiet in der Gemeinde Niersbach-Greverath liegt westlich der Ortslage Greverath und hat eine Größe von 143,8 Hektar. Die Verteilung der Flächen ist in etwa: 40 Prozent Niersbach-Greverath und 60 Prozent Heidweiler und Orenhofen.

Sollte das Projekt, so wie es momentan zur frühzeitigen Behördenbeteiligung vorliegt, umgesetzt werden, würde die Firma Juwi die Flächen von den Eigentümern pachten, alle Verfahrenskosten übernehmen sowie die Windräder aufbauen und betreiben. Sieben Windräder würden dann auf der Fläche in Niersbach-Greverath gebaut. Der größte Teil, fast 90 Prozent, der Flächen sind in Gemeindebesitz. Wie viel Pacht die Orte bekommen, darüber gaben weder die Gemeinden noch Juwi Auskunft.

Felix Wächter, Pressesprecher der Firma Juwi sagt: „Die Ortsgemeinden bekommen eine angemessene, marktübliche und auf den Standort abgestimmte jährliche Pachtzahlung. Darüber hinaus wurden diverse einmalige Entschädigungsleistungen wie etwa Jagd- und Wegeentschädigung abgestimmt.“ Weiter erklärt er: „Die genaue Höhe dieser Leistungen wollen wir aus Wettbewerbsgründen nicht näher spezifizieren.“

Fakt ist jedoch, dass man pro Windrad etwa 50 000 Euro pro Jahr an Pachteinnahmen erwarten könne. Die Investitionskosten für das Projekt will der Pressesprecher zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht nennen, denn es ist noch nicht ganz klar, wie viele Windräder tatsächlich gebaut werden, und welche Infrastruktur noch geschaffen werden muss.

In seiner vergangenen Sitzung hat der Ortsgemeinderat Niersbach-Greverath die Aufstellung des Bebauungsplans „Sondergebiet Windpark Niersbach-Greverath“ beschlossen. Eine Informationsveranstaltung mit der Firma Juwi, und den Gemeinderäten von Heidweiler und Niersbach sowie einem Vertreter der Verwaltung hat bereits im Oktober dieses Jahres stattgefunden.

Probleme könnte es aus der Sicht von Juwi wegen der Nähe zum Flughafen Spangdahlem geben. Felix Wächter: „Es wird zu prüfen sein, inwieweit die Nähe zur Airbase Spangdahlem zu den geplanten Anlagenstandorten zu berücksichtigen sein wird. Hinzu kommen arten- und naturschutzfachliche Aspekte.“

Das stößt bei Verbandsbürgermeister Dennis Junk auf Unverständnis, denn bei der Aufstellung des Flächennutzungsplans der Verbandsgemeinde, in dem Niersbach-Greverath als Windradstandort ausgewiesen ist, wurden alle Fachbehörden beteiligt. „Der Plan steht, ich verstehe nicht, was daran jetzt noch so lange dauert. Wir wollen, dass da Windräder hinkommen und die Gemeinden ihre Flächen verpachten können.“

Insgesamt rechnet die Firma Juwi damit, dass das Zusammenstellen der Antragunterlagen inklusive der Fachgutachten zwei Jahre in Anspruch nehmen wird. Das Genehmigungsverfahren weitere sechs Monate und anschließend folgen Teilnahmen an den Ausschreibungsrunden für Wind onshore (auf dem Festland) der Bundesnetzagentur.

Das Projekt ist mit dem Bebauungsplan ein Stück weitergekommen, aber es gibt noch einige Hürden, bevor sich vielleicht im Frühjahr 2024 die ersten Windräder drehen könnten.