Der Fußballkreis Mosel und die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues veranstalten einen Tag der Kulturen.

Gesellschaft : Premiere: Mini-WM für Grundschulen

Der Fußballkreis Mosel und die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues veranstalten einen Tag der Kulturen. Ex-Nationalspieler Cacau kommt als Integrationsbeauftragter des DFB.

Die acht teilnehmenden Nationalmannschaften laufen ein. Vor jedem Team marschiert ein Fahnenträger. Nachdem sich die Mannschaften auf dem Spielfeld aufgestellt haben, erklingt für jedes Land die jeweilige Nationalhymne. Am Freitag, 18. Mai wird es auf dem Fußballplatz im Schul- und Sportzentrum Bernkastel-Kues richtig feierlich. Die Nationalmannschaften, allesamt Teilnehmer bei der anstehenden WM, werden allerdings von Grundschulen aus der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues gebildet.

Internationales Flair hat die Veranstaltung trotzdem. Denn mit Claudemir Jerônimo Barreto, besser bekannt als Cacau, dem 23-maligen deutschen Nationalspieler und WM-Teilnehmer 2010, ist ein prominenter Zuschauer zugegen – in seiner Funktion als Integrationsbeauftragter des Deutschen Fußball Bundes (DFB.)

Der Hintergrund: Seit zwei Jahren werde im Fußballverband Rheinland verstärkte über das Thema „Integration und Migration gesprochen, berichtet Walter Kirsten (Pies­port), der Vorsitzende im Spielkreis Mosel. Mittlerweile gibt es auch auf untere Ebene Integrationsbeauftragte. Für den Fußballkreis Mosel ist das Manfred Junk aus Bernkastel-Kues. Ein erstes Ergebnis der Arbeit seien Veranstaltungen in jedem der neun Sportkreise des Verbandes, erzählt Kirsten. Die Mosel mache am 18. Mai mit dem „Tag der Kulturen“ den Anfang.

Manfred Junk ist der Hauptorganisator. Unterstützung erhält er von der Verbandsgemeindeverwaltung, vom Fußballkreis und von Klaus Henkel, der nicht nur für die Verpflegung bei der Veranstaltung zuständig ist. Als Betreuer der in der C-Klasse spielenden Mannschaft Alt-Kues Roy, die hauptsächlich aus Flüchtlingen besteht, ist er auch ein Experte für Integration.

So läuft die Veranstaltung ab:  Nach dem Einmarsch werden sich ab 9.45 Uhr die gemischten Teams (Mädchen und Jungen) der Grundschulen gegenüberstehen. Im Vorfeld gibt es für sie an den Schulen Projektstunden, in denen sie Interessantes über das Land erfahren, dass sie vertreten. Außerdem werden sie die Fahne herstellen, die sie beim Einzug dabei haben, und auch die Trikots gestalten.

„Das ist eine tolle Aktion“, sagt Wolfhard Siegemund, Leiter der Grundschule Neumagen-Dhron und hebt den Begegnungscharakter hervor. Auch die kulturelle Seite komme nicht zu kurz.

Dabei haben es seine Schüler verhältnismäßig einfach. Denn sie vertreten Deutschland. Piesport spielt mit zwei Teams für Portugal und Frankreich, Bernkastel-Kues mit ebenfalls zwei Mannschaften  für Brasilien und den Senegal, Maring-Noviand für Spanien, Mülheim für Argentinien und Wintrich für Polen. Im Laufe des Tages sind auch noch Spiele für Menschen mit Beeinträchtigungen und Flüchtlingsteams geplant. Nicht zu vergessen: Die Berufsbildende Schule Bernkastel-Kues tritt gegen ein Team mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues an.

Die Organisatoren hatten freie Hand bei der Planung für die Veranstaltung. „Mein erster Gedanken waren die Schulen“, sagt Manfred Junk,  der auch an Schulen Arbeitsgruppen im Fach Sport leitet.

Bei der Verbandsgemeinde, die das zentrale Sportgelände zur Verfügung stellt, stieß er auf offene Ohren. Der hauptamtliche Beigeordnete Leo Wächter und Mitarbeiterin  Monika Coen führten die Gespräche mit den Schulen.

Etwas liegt den Organisatoren am Herzen: Sie hoffen auf einen guten Zuschauerzuspruch. Der Tag der Kulturen ist der Freitag nach Christi Himmelfahrt. Da ist zwar kein schulfrei, aber viele Leute nutzen ihn als freien Brückentag.