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Der Gemeinderat von Maring-Noviand stimmt einer interkommunalen Vereinbarung zu. Dabei geht es um die Abstimmung von Flächen für das Gewerbe.

Kommunales : Ein Signal pro Gewerbegebiet

Der Gemeinderat von Maring-Noviand stimmt einer interkommunalen Vereinbarung zu. Dabei geht es um die Abstimmung von Flächen für das Gewerbe.

Mit zehn Ja-Stimmen und sieben Gegenstimmen hat der Gemeinderat von Maring-Noviand in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, einem sogenannten „Letter of Content“, einer Absichtserklärung, beizutreten, in der bei neuen Gewerbegebieten kreisübergreifend zusammengearbeitet werden soll.

Hintergrund dieser zwischen dem Landkreis Trier-Saarburg und mehreren Kommunen im Landkreis Bernkastel-Wittlich abzuschließenden Vereinbarung ist es, die Ausweisung von Gewerbegebieten bedarfsgerecht abzustimmen. Auch in Maring-Noviand ist ein Gewerbepark in der Planung, der eine Fläche von 68 Hektar entlang der L 47 zwischen der Tankstelle und dem Brauneberg. Das Projekt ist im Dorf nach wie vor umstritten, da Anwohner eine stärkere Umwelt-Belastung des Ortes befürchten. Aus diesen Reihen kamen auch die sieben Gegenstimmen zur Absichtserklärung.

Denn mit der Zustimmung zu der Vereinbarung würde schließlich auch eine grundsätzlich positive Haltung zum geplanten Gewerbegebiet deutlich gemacht, so die Kritiker. Leo Wächter, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, wies darauf hin, dass mit dem „Letter of Intent“ Rahmenbedingungen abgesteckt würden. So wäre es zum Beispiel sinnvoll, ein Logistik-Unternehmen in einem Gewerbegebiet nahe der Autobahn anzusiedeln, während andere Branchen darauf nicht auf diese Autobahnnähe angewiesen seien. In der Vereinbarung sollen diese unterschiedlichen Wünsche von Gewerbetreibenden berücksichtigt werden, um Betriebe optimal in der Region anzusiedeln.
An der Vereinbarung sind die Verbandsgemeinden Schweich, Hermeskeil, Ruwer, Wittlich-Land und Bernkastel-Kues beteiligt. Neben den Plänen für Maring-Noviand gibt es weitere konkrete Pläne für Gewerbeparks bei Mehring (68 Hektar, VG Schweich), Reinsfeld (12 Hektar, VG Hermeskeil) und Osburg (22 Hektar, VG Ruwer).

„Ich bin ein Freund von interkommunalen Vereinbarungen,“ sagt Leo Wächter und betont die Bedeutung solcher Kooperationen.

Markus Fries (Liste Becker) zählt zu den Kritikern des Gewerbegebietes und sagt zur Unterzeichnung der Absichtserklärung: „Das ist ein erster Schritt in diese Richtung.“ Leo Wächter entgegnet, dass es bei der Absichtserklärung ja nicht um den Bebauungsplan gehe, der liege nach wie vor in der Hand der Ortsgemeinde. Und schlussendlich kann ein Gewerbegebiet nur entstehen, wenn der Gemeinderat den dafür notwendigen Bebauungsplan beschließt. Auch Ortsbürgermeister Klaus Becker äußerte seine Bedenken gegenüber einer Unterzeichnung der Absichtserklärung. Zudem gab es Kritik, warum nicht die benachbarte Gemeinde Osann-Monzel, die zur Verbandsgemeinde Wittlich-Land gehört, an der Vereinbarung beteiligt ist, obwohl auch dort Flächen für ein Gewerbegebiet zur Verfügung stünden.

Thomas Edringer von der Liste Zukunft wiederum betonte, dass man grundsätzlich einem Gewerbegebiet positiv gegenüberstehe und es demnach auch sinnvoll sei, die Absichtserklärung zu unterzeichnen. Edringer: „Es ist an der Zeit, nach außen zu zeigen, dass wir das wollen. Das ist für die Entwicklung der Gemeinde wichtig: Dass hier ein Gewerbegebiet entsteht und nicht in Osann-Monzel.“