Der Hamster im Himmel

WITTLICH. (chb) An den Nahtstellen zwischen Kindergarten und Grundschule einen kontinuierlichen religiösen Bildungsweg herzustellen, ist das Ziel des Begegnungs- und Fortbildungstags des Dekanats Wittlich. Im Abschlussgottesdienst erhielten 20 Lehramtskandidaten die kirchliche Unterrichtserlaubnis für Religion.

"Wenn Kleine große Fragen stellen", so lautete das Thema des religionspädagogischen Begegnungstags im St. Markushaus in Wittlich. Religionslehrer und Erzieher aus Kindergärten waren vom Dekanat eingeladen, sich über aktuelle Fragen und Themen der Religionspädagogik auszutauschen. "Beispielsweise fragen Kinder im Morgenkreis der Schule: ,Kommt mein Hamster in den Himmel?', ,Warum verhungern Menschen?' oder ,Warum streiten meine Eltern?'", berichtet Peter Hoffmann aus der Grundschule. In fünf Arbeitskreisen wurden verschiedene Möglichkeiten der Herangehensweise an christliche Fragen und Themen erarbeitet. "Das Dekanat will mit diesem Fortbildungsangebot die Erzieher und Lehrer in ihrer praktischen Arbeit unterstützen", erklärt Gregor Lauterbach, Dekanatsratsreferent. Die Vernetzung religionspädagogischer Arbeit in Schule und Kindergarten ist ein weiterer Schwerpunkt des Tages. Neben dem Ministerium, das eine engere Zusammenarbeit von Schule und Kindergärten fordert, möchten die Pädagogen und Lehrer ihre Zusammenarbeit intensivieren. "Wir leben in einer Zeit der Brüche, auch die Weitergabe des Glaubens ist nicht mehr selbstverständlich, und an der Bruchstelle Kindergarten/Schule wollen wir den Übergang reibungsloser gestalten", sagt Lauterbach. Viele Pädagogen erfahren, dass Eltern unsicher sind im Umgang mit Fragen zum Thema Mensch und Religion. "Die begrüßen unsere Arbeit sehr", berichtet Peter Hoffmann, Leiter der Grundschule Sehlem. Neben dem Austausch und neuen Ideen der Herangehensweise an religiöse Themen ist es auch wichtig, die eigene Haltung gegenüber den Kindern zu reflektieren. Pastoralreferent Ulrich Stinner dazu: "Man muss sich auch fragen, kann man Rahmen und Atmosphäre schaffen, dass die Kinder Vertrauen haben? Kann man individuell auf sie eingehen, und ist man auch in der Lage, ihre Fragen auszuhalten?" Im Abschlussgottesdienst erhielten 20 Referendare die Unterrichtserlaubnis für das Fach Religion, mit dem Bestehen des 2. Staatsexamens erhalten sie dann die "Missio Canonica", die endgültige Erlaubnis, katholischen Religionsunterricht zu lehren.

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