Der Herr zwischen Weinbergen und Wegen

Der Herr zwischen Weinbergen und Wegen

Seit seiner Jugend interessiert sich der Piesporter Josef Schemer für sakrale Kulturdenkmäler. Jetzt hat er ein Buch, an dem er zwei Jahre gearbeitet hat, herausgegeben. Darin sind Fotos, Erläuterungen und Sagen zu allen Piesporter Bildstöcken, Reliefs, Wegekreuzen und Kapellen.

Piesport. Zeitzeugen vergangener Heimatgeschichte und Ausdruck der Volksfrömmigkeit sind Wegekreuze, Bildstöcke und Reliefs, die an den Wegesrändern der Orte aufgestellt wurden.
Eine umfassende Beschreibung gibt es jetzt für die sakralen Kulturdenkmäler Piesports. Verfasst hat es Josef Schemer, der vor 75 Jahren in Haag geboren wurde und seit 1967 in Piesport lebt. Der ehemalige Grundschulrektor hat zwei Jahre intensiv an dem Werk gearbeitet.
Dorf geschichte(n)


"Erst einmal habe ich gesammelt, was schon da war, und da bin ich auf Georg Jakob Meyer gestoßen, der schon einige Bildstöcke und Kreuze beschrieben und detailliert aufgezeichnet hat. Anschließend habe ich dann selbst Recherchen angestellt, um alle sakralen Kulturdenkmäler zu berücksichtigen." Das Ergebnis seiner Arbeit ist ein 149-seitiges Buch, in dem auf farbigen Fotos die Bildstöcke, Kreuze, Heiligenhäuschen und Kapellen gezeigt sind, beschrieben werden, und der Bezug zum Dorf hergestellt wird.
Besondere Denkmäler sind für ihn die Kapelle in Müstert, in der ein Allerheiligenbild über dem barocken Altar hängt. Im Buch sind die einzelnen Personen groß abfotografiert und beschrieben, ähnlich wie die 14 Nothelfer der Kapelle in Reinsport.
Er sagt: "In der Kapelle im Ortsteil Müstert sieht man sich das Bild so genau nicht an. Mit Hilfe des Buches kann man das Bild genauer entdecken." Nicht alltäglich ist ein Relief in der Kapelle in Ferres. Dort sieht man Christus in der Kelter, und deshalb hat sie einen besonderen Bezug zum Weinort Piesport. Das persönlichste Verhältnis hat er aber zu einem anderen. "Am Kapellchen vom heiligen Wendelinus komme ich oft vorbei, kehre ein und sage dem heiligen Wendel Grüß Gott", berichtet Schemer
Gefreut hat sich der Autor über die Unterstützung aus dem Ort: "Gerd Gessinger hat viele Fotos beigesteuert, andere haben Informationen zur Verfügung gestellt, anders kann man so ein Buch nicht schreiben."
Es ist übrigens nicht das erste Buch, das Josef Schemer geschrieben hat. 1989 verfasste er die Chronik von Piesport, die über tausend Mal verkauft worden ist, außerdem ist er Autor zahlreicher Beiträge zu heimatgeschichtlichen Themen und verantwortlich für die Schrift "Die jüdische Gemeinde in Niederemmel und ihre zwei Bethäuser (Synagogen)".
Das Buch "Der Herr am Wegesrand" von Josef Schemer wurde von der Gemeinde Piesport her ausgegeben und kann im Gemeindebüro Piesport für zehn Euro gekauft werden.