Der Hunsrück als Zwischenstation

Morbach/Thalfang · Die Gäste- und Übernachtungszahlen im Hunsrück sind rückläufig. Die Gemeinden und die Hunsrück-Tourismus ziehen eine durchwachsene Zwischenbilanz - und verweisen auf die Defizite.

Das Zugpferd des Tourismus im Hunsrück sind Angebote rund ums Wandern. Foto: Bildfunk

Der Hunsrück ist als Reiseziel nicht mehr so beliebt wie im Vorjahr. Das sagen zumindest die Halbjahreszahlen des statistischen Landesamtes: Demnach sind bis Juni rund vier Prozent weniger Gäste gekommen, und auch die Zahl der Übernachtungen ist um rund drei Prozent gesunken. "Wir haben gerade bei den ausländischen Gästen einen Rückgang zu verzeichnen. Deren Anteil ist mit 40 Prozent aber auch besonders hoch", sagt Jörn Winkhaus von der Hunsrück-Touristik. "Die Ferienwohnungen und die Ferienparks haben Rückgänge zu verzeichnen." Doch von schlechter Stimmung will Winkhaus nichts wissen. "Wir haben 1000 Anfragen mehr als im vergangenen Jahr. Nur heißt das leider nicht, dass die Gäste dann auch tatsächlich buchen."

"Die Busverbindungen müssen besser werden"

Auch in Morbach sei man "im Grunde ganz zufrieden", sagt der dortige Tourismus-Chef Karl-Heinz Erz. "Wir haben die Krise nicht gemerkt. Das Gästeaufkommen war da." Die Zahlen im ersten Halbjahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr seien leicht angestiegen. "2008 war aber nicht berauschend", sagt Erz. Der Renner in Morbach sei immer der Wandertourismus. Auch in Zukunft will man auf dieses Zugpferd setzen. In diesem Jahr sollen auch Geschäftsreisende die Bilanz aufpolieren. "Durch die Großbaustelle bei Papier Mettler rechnen wir mit mehr Gästen."

Thalfang hingegen spürt den Rückgang: "Wir haben im Vergleich zu 2008 rund 2,9 Prozent weniger Gäste und rund elf Prozent weniger Übernachtungen. Durchschnittlich übernachtet ein Gast 4,2 Mal bei uns. Im vergangenen Jahr waren es noch 4,6 Nächte", sagt Klaus Hepp von der Urlaubsregion Thalfang am Erbeskopf (Ute). Allerdings seien die Gästezahlen im Durchschnitt der Jahre 2007/2008 um rund fünf Prozent gestiegen. Heißt: 2007 war ein noch schlechteres Jahr für den Thalfanger Tourismus. Die Zahl der ausländischesn Gäste sei stabil.

Die Gäste besuchten während einer Urlaubsreise heute lieber mehrere Ziele, sagt Hepp. Dadurch sinke die Aufenthaltsdauer, was vor allem die Ferienparks zu spüren bekommen. "Der Himmelberg verzeichnet im ersten Halbjahr rund 100 Übernachtungen weniger", sagt Hepp. "Die Gäste suchen flexiblere Angebote." Deshalb müssten auch die Betreiber von kleinen Ferienwohnungen nachziehen und auch Angebote für eine Übernachtung machen. Die Zahl der ausländischesn Gäste sei stabil.

Die Tourismus-Vertreter sind sich einig: In Zukunft müsse in die Infrastruktur investiert werden. "Gerade die Bewirtung entlang der Wanderwege lässt zu wünschen übrig", sagt Hepp. Karl-Heinz Erz: "Die Busverbindungen müssen besser werden." Und allgemein müssten die Gastbetriebe auf mehr Qualität setzen, sagt Winkhaus: "Bei einigen Betrieben, auch Hotels, hapert's da noch."