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Der Hunsrück kommt auf den Teller

Der Hunsrück kommt auf den Teller

Die Hunsrücker Spezialitätenwoche wird in diesem Jahr wieder mit einer kulinarischen Wanderung starten. Der Verein Urlaubsregion Thalfang am Erbeskopf hält am Konzept fest, obwohl die Zahl der teilnehmenden Betriebe sinkt und der Erfolg im vergangenen Jahr mäßig war.

Thalfang. Hirschragout, Schales und Rollbraten - dies sind einige der Gerichte, die bei der Hunsrücker Spezialitätenwoche ab Samstag, 24. September, angeboten werden. Zum elften Mal hat der Verein Urlaubsregion Thalfang am Erbeskopf (Ute) diese Aktion organisiert. In sieben Betrieben werden zwei Wochen lang regionale Gerichte angeboten, die sonst nicht auf der Karte stehen. Denn regionale Küche liegt im Trend. Zum Auftakt der Spezialitätenwoche findet wie im vergangenen Jahr eine kulinarische Rund-Wanderung (siehe Extra) statt, die in diesem Jahr um Bäsch herumführt und mit einem Rittermahl endet.
Durchwachsene Resonanz


Geplant war ein authentischeres Ambiente. Ute-Geschäftsführer Klaus Hepp sagt: "Das Rittermahl sollte auf der Burg Dhronecken stattfinden. Aber dort will ein Paar Hochzeit feiern. Gerne haben wir ihm den Vortritt gelassen."
27 Teilnehmer waren im vergangenen Jahr bei der Wanderung dabei. Hepp hofft, dass es in diesem Jahr mehr werden. Überhaupt hofft der Geschäftsführer, der das Konzept frühestens im kommenden Jahr überdenken will, auf mehr Resonanz für die Spezialitätenwoche. Denn die war im vergangenen Jahr durchwachsen.
In einigen Restaurants wie dem Thalfanger Haus Am Weiher brachte die Aktion bis zu 25 Gäste zusätzlich am Abend. Im Landgasthof Rauland in Thalfang und in der Krakesmühle in Gräfendhron hingegen gab es kaum Resonanz. Martin Johann Petry, der die Krakesmühle für die Spezialitätenwoche extra mittags geöffnet hatte, hat die Konsequenzen gezogen: "In diesem Jahr mache ich nicht mehr mit." Ein weiterer Betrieb hat für dieses Jahr abgesagt, "weil das Personal fehlt", sagt Hepp. Doch die Gastronomie in der Verbandsgemeinde Thalfang hat ein generelles Problem. Hepp: "Das Alter der Betreiber macht uns Sorgen, denn etliche finden keinen Nachfolger." Bei 20 Häusern fallen ihm spontan sieben ein, die deshalb in den kommenden Jahren vor dem Aus stehen könnten. Einer dieser Betriebe ist das Hotel Molter in Deuselbach. Die 70-jährige Ursula Molter und ihr 75 Jahre alter Mann Erwin betreiben in dem 104 Jahre alten Haus nur noch die Gaststätte. Ursula Molter sagt: "Seit drei Jahren versuchen wir, das Hotel zu verkaufen. Bis jetzt hat sich noch niemand gemeldet." Ihr Sohn sei zwar Küchenchef und ein guter dazu, aber er lebe in Irland.
Der Trend scheint ein genereller zu sein. Herbert Boller, Vizepräsident des Hotel- und Gaststättenverbands Rheinland-Pfalz, sagt: "Viele Betriebe sind veraltet, landesweit." Boller glaubt jedoch, dass nicht die fehlenden Interessenten das Hauptproblem sind, sondern die schwierigen Konditionen, die Banken Neueinsteigern bieten.Start und Ziel der dreistündigen kulinarischen Rund-Wanderung zum Auftakt der Hunsrücker Spezialitätenwoche am Samstag, 24. September, ab 15 Uhr ist das Gemeindehaus in Bäsch. Die Wanderer werden dort anschließend von einem Herold begrüßt und mit einem Rittermahl belohnt. Karten bei der Tourist-Information in Thalfang. mai Sieben Betriebe aus der Verbandsgemeinde Thalfang nehmen an der Hunsrücker Spezialitätenwoche teil: Restaurant Blumenhof, Thalfang Die Tankstell, Thalfang Landgasthof Rauland, Thalfang Restaurant Am Weiher, Thalfang Hofschänke, Gräfendhron Familien-Hotel, Horath Bistro Züscher und Knop im Hunsrückhaus am Erbeskopf. mai