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Der Industriepark rückt näher an Hetzerath

Aus dem Archiv (März 2019) : Der Industriepark rückt näher an Hetzerath

Der geplanten Erweiterung des Industriegebiets sehen viele Einwohner der Gemeinde mit gemischten Gefühlen entgegen.

Kein Zweifel: Der Industriepark Region Trier (IRT) hat sich seit seiner Gründung vor mehr als 25 Jahren zu einem bedeutenden regionalen Wirtschaftsstandort entwickelt und darf als Erfolgsgeschichte bezeichnet werden. 1993 ließ sich die erste Firma auf dem Gelände nieder. Mittlerweile sind es 135 Unternehmen, die mehr als 2500 Menschen einen Job bieten. Bei den beteiligten Kommunen lassen üppige Grund- und Gewerbesteuererträge die Kassen klingeln.

Doch mit dem Wachstum im IRT ist seit Mitte 2017 erst mal Schluss, denn seitdem sind alle Flächen auf dem rund 120 Hektar großen Areal belegt. Deshalb verfolgen die beteiligten Kommunen das Ziel, den Industriepark zu erweitern. Zu den bestehenden 120 sollen 40 Hektar hinzukommen - auf Hetzerather Gemarkung.

„Wir sind mit dem IRT und den Arbeitsplätzen vor der Haustür sehr zufrieden“, sagt Hetzeraths Ortsbürgermeister Werner Monzel, „nur jetzt geht es sehr dicht an die Ortslage ran“. Bislang beträgt der Abstand zum Industriegebiet noch 1,4 Kilometer. Mit der Erweiterung soll der Park allerdings bis auf 500 Meter an die Gemeinde heranrücken.

Monzel: „Ein Problem dabei ist, dass wir zu 95 Prozent im Jahr Westwind haben und damit liegt der IRT in der Hauptwindrichtung, was Gerüche schnell in den Ort transportieren könnte“. Gleiches gelte für Lärm. Monzel: „Ein Industriegebiet ist schon eine  andere Liga als ein Gewerbegebiet. Dort darf 24 Stunden am Tag und das an sieben Tagen in der Woche gearbeitet werden.“

Eine weitere Schwierigkeit bei der Erweiterung des IRT, erklärt Monzel, sei die Tatsache, dass einem  Unternehmen, das schon im Erweiterungsgebiet ansässig ist, der Großteil der Flächen gehöre. „Jetzt lautet die Frage, wie man es hinbekommt, dieses Unternehmen, das schon Flächen besitzt, mit Auflagen zu belegen, die für das ganze Erweiterungsgebiet gelten sollen.“
Diese Situation sei neu, sagt Monzel. Denn die 120 Hektar der bestehenden Fläche habe der IRT aufgekauft und vermarktet – mit entsprechenden Auflagen für Unternehmen.

Deshalb gebe es, bis die Erweiterung Wirklichkeit werden könne, noch hinreichend Klärungs- und Gesprächsbedarf.
Monzel: „Wir sind mit dem IRT im Gespräch und wollen mit allen Beteiligten eine Lösung finden. Aber eine Bitumen-Mischanlage, die dort geplant ist, wird es mit uns nicht geben. Diese Gerüche braucht niemand im Ort.“ Der TV hat Reinhard Müller, Geschäftsführer des Zweckverbands IRT, zu den Hindernissen, die es noch aus dem Weg zu räumen gilt, befragt. „Wir sind bestrebt, das so schnell wie möglich hinzubekommen. Aber verschiedene Interessen und die Rechtslage müssen geklärt werden. Rechtlich ist das nicht so einfach.“

Doch detaillierter möchte sich Müller nicht zu den Schwierigkeiten, die noch ausgebügelt werden müssen, äußern. „Wir haben einen Entwurf zum Bebauungsplan und der bedarf der Abstimmung in den Gremien. Wir sind auch mit den Beteiligten, die schon Flächen haben, in Abstimmung.“ Die Planung werde sehr eng in Abstimmung mit den Interessen der Gemeinde Hetzerath erfolgen, sagt Müller. „Wir suchen für die Immissionsschutzbedürfnisse der Ortsgemeinde nach Lösungen, die technisch zu finden sind. Außerdem bauen wir darauf, dass wir die Erweiterung, so wie alles andere, was wir hier in den letzten 27 Jahren geschafft haben, partnerschaftlich umsetzen können.“

Den geplanten Abstand zur Ortslage von 500 Metern zuzüglich einer Baugrenze von zehn Metern hält Müller in Bezug auf jegliche Immissionen wie Lärm für „absolut geeignet“. Zwischen Ortslage und Industriegebiet werde zudem noch eine öffentliche Grünanlage angelegt.

Im Interesse der weiteren Unternehmen, die sich dort ansiedeln möchten, kann man nur hoffen, dass sich der Zweckverband, die Ortsgemeinde und der Flächeninhaber einig werden.
Müller: „Wir haben bereits jetzt zu einem frühen Stadium eine so große Nachfrage nach Flächen, die das Angebot deckt.“ Die Vermarktung werde deshalb voraussichtlich zügig gehen, sagt Müller.

Nach Umsetzung der nun geplanten Erweiterung, prognostiziert Müller, sei bezüglich der Ausmaße des Industrieparks dann allerdings das Ende der Fahnenstange erreicht. „Wir haben im Raumordnungsverfahren alles abgeprüft. Dann wird es ausgesprochen schwer sein, noch ein weiteres Areal zu finden.“

Verkehr Die Erschließung des nächsten Abschnitts mache es zudem notwendig, die Landstraße 141 zwischen Schweich und Föhren im Bereich Hetzerath zu verlegen, erklärt Monzel. Damit wird eine für die Dörfer zwischen Schweich und Wittlich verkehrstechnisch bedeutende Lebensader berührt.