Der Jubilar im "Bibpailennest"

Er ist nicht nur den "leewen Laidt vun da Schääler Saidt" ein Begriff: Jakob Eller hat sich durch sein Engagement in vielen Vereinen, für die Fastnacht und den Wittlicher Dialekt einen Namen gemacht. Heute wird der waschechte Säubrenner 75 Jahre alt.

Wittlich. (sos) Als kleiner Herr mit Stock und Zylinder hat er längst auch Wittlichs andere Lieserseite erobert. Etwa um mit dem mysteriösen Geschöpf, der Bibpaile, und deren Gefolge "geschminkdt un vakläädt" ums alte Rathaus zu ziehen. Und Jakob Eller, besser Eller Jakob, ist der Legende nach der einzige Mensch, der Wittlichs merkwürdiges Vogelwesen alias Bibpaille je leibhaftig zu Gesicht bekam, und zwar vor schätzungsweise zwei mal elf Jahren an seinem Küchenfenster in der Römerstraße. Seither wohnt der Schreinermeister nicht irgendwo, sondern im Bibpailennest. Geboren wurde der Jubilar in der Unteren Kordel als ältestes von drei Kindern. Pastor sollte er werden, es sollte anders kommen. Unter anderem gilt er als prägende Größe des Wittlicher Vereinslebens. Engagiert hat er sich unter anderem im Kolpingsverein, bei der Narrenzunft Rot Weiß, dem Männerquartett 06, der freiwilligen Feuerwehr und naturgemäß bei dem Verein "Schääl Saidt". Auch über Wittlichs Stadtgrenzen hinweg lässt er von sich hören: etwa bei den Veranstaltungen zur Moselfränkischen Mundart im Kloster Himmerod. Überhaupt hat er seine Zweisprachigkeit zur Freude vieler auch bei den Mundartmessen an Fastnachtssamstag in St. Bernhard immer gerne zum Besten gegeben. Leider machen dem Jubilar mit dem hellwachen Geist körperliche Gebrechen zu schaffen, so dass ihm zum Geburtstag besonders Gesundheit zu wünschen ist, aber auch - denn nach der Fastnacht ist vor der Fastnacht - ein dreifaches "Wittlich Kreiau"!