1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Der Kampf um die Grundschule in Monzelfeld

Der Kampf um die Grundschule in Monzelfeld

Die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues arbeitet an einem Konzept für den Erhalt der Einrichtung in Monzelfeld. Es gibt gute Gründe dafür.

Es war eigentlich eine ruhige Sitzung des Rats der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues. In dem überhitzten und engen Sitzungssaal unter dem Dach des Gebäudes, kam am Mittwochabend keine wirkliche Diskussionsstimmung auf. Das lag aber vielleicht auch daran, dass die aktuellen Tagesordnungspunkte bereits besprochen und unstrittig waren: Es ging um die Anschaffung von Feuerwehrfahrzeugen für die Wehren in Wehlen, Piesport und Kues. Alle Auftragsvergaben wurden beschlossen, darunter auch die Anschaffung eines "HLF 20", hinter dessen Abkürzung sich die Bezeichnung Hilfsleistungslöschgruppenfahrzeug verbirgt, das 325 000 Euro kosten soll und eine Art Mehrzweckfahrzeug ist. Es verfügt über Löschspritzen, bietet Platz für Geräte und hat ein Kabine für eine Gruppe an Wehrleuten. Zudem hatte der Erste Beigeordnete Leo Wächter auch positive Nachrichten zu vermelden: Neumagen-Dhron biete zum Beispiel Inhabern der Ehrenamtskarte 20 Prozent Ermäßigung bei einer Fahrt mit dem Römerweinschiff, in Bernkastel-Kues soll es bald 50 Prozent Ermäßigung im Schwimmbad geben, ebenso 25 Prozent Nachlass bei der Teilnahme an VHS-Kursen. Und auch in Burgen soll es eine Ermäßigung für verdiente Ehrenamtler geben.

Zudem melde die Moselkino GmbH einen guten Jahresabschluss: Sie hat bei einer Bilanzsumme von 880 000 Euro einen Überschuss von 69 000 Euro erwirtschaftet. Allerdings soll auch bald die marode Toilettenanlage saniert werden - Kostenpunkt: cirka 80 000 Euro. Ein Thema bleibt aber in der Diskussion: der Erhalt der Grundschule in Monzelfeld. Das Land hatte zu Jahresbeginn eine Liste mit Schulen vorgelegt, die möglicherweise mangels ausreichender Schülerzahlen geschlossen werden sollen (der TV berichtete am 4. Februar). Leo Wächter sagte: "Uns wurde vor einigen Monaten von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier mitgeteilt, dass es aktuell um Wintrich und Monzelfeld geht. Wir sind dabei, Argumente in schriftlicher Form zu fixieren und wollen die Standorte über einen gewissen Zeitraum erhalten. Dafür gibt es gute Argumente". Bürgermeister Ulf Hangert setzte nach: "Wir können uns nicht darauf zurückziehen zu protestieren. Wir müssen argumentieren." Dem pflichteten alle Fraktionen bei. Auch die Landtagsabgeordneten des Kreises würden sich dafür einsetzen, hieß es.KommentarEs kommt immer auf die guten Argumente anAls die Pläne des Landes, Schulen zu schließen, durchsickerten, ging ein Aufschrei durch die Region. "Kurze Beine, kurze Wege" war immer das Schlagwort für den Erhalt auch kleinerer Einrichtungen gewesen. Klar ist aber auch, dass bei sinkenden Schülerzahlen irgendwann Schluss sein muss. Die Monzelfelder haben aber gute Argumente, denn langfristig werden ein Neubaugebiet und die bessere Anbindung des Ortes durch den Hochmoselübergang die Attraktivität von Monzelfeld steigern und junge Familien dorthin ziehen. Nun gilt es, stichhaltige Argumente zu sammeln. Der bloße Protest allein reicht nicht aus. Darauf weist Ulf Hangert völlig zu Recht hin.Extra: Jodtabletten für die VG

Im Rahmen der neu angeordneten dezentralen Lagerung von Jodtabletten für einen nuklearen Krisenfall hat die VG zwölf Kartons mit 57 000 Tabletten erhalten, die nun eingelagert werden sollen. Das wurde bei der Sitzung des VG-Rates bekannt. Im Krisenfall sollen die Tabletten in den Stützpunkten der Feuerwehren an die Bürger verteilt werden.