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"Der Keim kann jederzeit auftauchen"

"Der Keim kann jederzeit auftauchen"

Am Montag endete die Saison im Naturbad Tiefenstein. 14 601 Besucher wurden insgesamt gezählt. In dieser Saison gab es aber eine Zwangspause, die das Bad einige Zeit lahmlegte. Das könnte auch künftig möglich sein.

Idar-Oberstein. Der städtische Beigeordnete Friedrich Marx erläutert: "Natürlich hätten wir gerne mehr gehabt, aber unter Berücksichtigung des eher bescheidenen Wetters zu Saisonbeginn und der zwischenzeitlichen Schließung ist die Besucherzahl in Ordnung." Zunächst verlief die Saison reibungslos: keine Spur von Keimen, die seit 2006 immer mal wieder für Probleme gesorgt hatten. Aber dann kam die schlechte Nachricht: Eine einwöchige Pause musste im heißen August eingelegt werden, nachdem das Gesundheitsamt die Schließung empfohlen hatte. "Leider dauert die Analyse einer Probe auf Pseudomonas aeruginosa verfahrensbedingt im günstigen Fall vier Tage, bei eventuell erforderlicher Nachbebrütung sogar sechs Tage. Das ist schlecht für uns als Betreiber, aber unvermeidbar", bedauert Marx. Das Auftreten dieses Bakteriums sei weder durch Beschränkung der Besucherzahlen noch durch niedrige Temperaturen zu vermeiden. Eine Bekämpfung durch chemische Substanzen ist im Naturbad nicht möglich, so dass auch in Zukunft das Bakterium in den Wasserproben gefunden werden kann: "So kann es auch zukünftig zu Schließungen kommen." Die umfangreiche Sanierung habe sich gelohnt. Das Bad funktioniere ordnungsgemäß, zeigt sich Marx insgesamt zufrieden. Ein Monitoring-Programm begleitet die Erfahrungen im Naturbad: "Wir sammeln eine Vielzahl von Daten und Messwerten, um die Betriebsweise des Bades zu optimieren. Dieses Programm ist auf einen längeren Zeitraum ausgerichtet und wird auch im nächsten Jahr fortgeführt." Marx stellt klar: "Ich habe nicht den Eindruck, dass die Idar-Obersteiner mit dem Naturbad fremdeln, aber es gibt Befürworter und Gegner. Eine große Anzahl von Menschen beschäftigt sich mit der Funktionsweise des Naturbades und findet Gefallen daran, in einem Wasser zu baden, das ohne jeglichen Einsatz von Chemie gereinigt und dessen Qualität ständig überwacht wird."
So wie viele Naturbadfreunde niemals in gechlortem Wasser schwimmen würden, gebe es aber umgekehrt Menschen, die kein Naturbad mögen würden. Diese nehmen dann die gechlorten Freibäder in der Nachbarschaft in Anspruch. Die Eintrittspreise werden im Laufe des Jahres im Ausschuss der Stadtwerke zur Diskussion gestellt werden und anschließend dort beschlossen. Ob es zu einer Erhöhung komme, könne man deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, blickt Marx in die nahe Zukunft. Trotzdem ist eine solche Erhöhung in Anbetracht der Energiekosten durchaus realistisch. red