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Der Kindergarten Dreis ist zu klein. Die Gemeinde will einen neuen bauen

Kinder : Dreis denkt über millionenschweres Kita-Projekt nach

Die Gemeinde braucht mehr Platz im Kindergarten. Doch das wird teuer. Ein An- und Umbau des aktuellen Gebäudes würde um die drei Millionen Euro kosten, ein Neubau 4,5 Millionen. Mit der Gemeinde Bruch will man einen Neubau auf den Weg bringen.  

Es ist ein schönes Gebäude, in dem die Kindertagesstätte Dreis untergebracht ist. Es steht im Ortskern in unmittelbarer Nähe zum Schloss und zur Kirche. Mehrfach wurde schon um- und angebaut, das letzte Mal ist noch keine zehn Jahre her und die Kosten sind noch nicht bezahlt. Dennoch ist es zu klein. Denn durch das neue „Gute-Kita-Gesetz“ ist weiterer Platz nötig, damit der Rechtsanspruch auf sieben Stunden Betreuung mit Mittagessen und Ruheräumen gewährleistet werden kann. Deshalb müssen sich die Gemeinden Dreis und auch Bruch eine Lösung überlegen. Denn auch Brucher Kinder besuchen den Kindergarten.

In einer gemeinsamen Sitzung wurden nun eine An- und Umbau-Variante und ein Neubau vorgestellt. Bei einem Anbau würde sich der Kindergarten über drei Etagen erstrecken und Platz vom Außengelände verlorengehen. Nach hinten anzubauen ist nicht möglich, denn dort grenzt der Kindergarten an den Friedhof und an den anderen Seiten sind Straßen. Damit wäre für 90 Kinder, für die gebaut werden soll, kaum Platz zum draußen spielen.

Walter Schmitz, Ortsbürgermeister Bruch sagt: „Wir sind hier von Platz her mit dem Rücken an der Wand. Wenn anschließend ein weiteres Gesetz kommt, haben wir keine Möglichkeiten mehr zur Entwicklung. Zudem ist ein Neubau von den Kosten her besser zu kalkulieren.“

Ein Neubau, der möglicherweise bei der Halle entstehen könnte, hätte deutlich mehr Möglichkeiten, wäre aber auch teurer. Der An- und Umbau läge laut einer ersten Kostenschätzung bei drei Millionen, der Neubau bei 4,5 Millionen. Bei einer Probeabstimmung in der gemeinsamen Sitzung ging die Tendenz zu einem Neubau.

Die Eltern der Kinder sehen vor allem Platzprobleme im Außenbereich. Judith Stoffel, deren vierjährige Tochter die Kita besucht, erklärt: „Die Kapazitäten sind an der Stelle, an der die Kita jetzt ist, erschöpft. Wenn die Kinderzahlen weiter steigen, ist es außen wirklich zu eng. Die Kinder müssen sich ja bewegen und austoben können. Ein Neubau wäre schon das sinnvollste, aber die Kosten sind natürlich enorm. Das muss man berücksichtigen.“ 

In Einzelsitzungen beraten die Ortsgemeinden nun über einen Grundsatzbeschluss für einen Neubau. In Dreis wurde schon darüber gesprochen und es gab Zweifel, wie man diesen Bau finanziell stemmen könne, auch wenn es einen Zuschuss vom Land gebe und die Gemeinde Bruch 25 Prozent der Kosten anteilig übernehmen würde. Ein Ratsmitglied fragte: „Übernimmt die Gemeinde sich damit nicht?“ und führte aus: „Unsere Dreyshalle, die 1985 gebaut wurde, ist noch nicht bezahlt und hier gibt es einen Renovierungsstau und die Renovierungsarbeiten an der jetzigen Kita samt den Kosten sind mit dem neuen Gesetz zunichte gemacht.“ Eine mögliche Alternative wäre ein Waldkindergarten, der aber Anlaufzeit braucht.

Beschlossen hat der Gemeinderat Dreis im Grundsatz einen Neubau, und der Ortsbürgermeister soll mit der Kirchengemeinde über einen Ankauf des momentanen Kita-Gebäudes sprechen. In einem nächsten Schritt sollen Standorte für die neue Kita gesucht werden, es soll aber auch über Alternativen wie ein Waldkindergarten nachgedacht werden.