Der Krebs war stärker

WITTLICH/LITAUEN. (mai) Auch eine Knochemmarkstransplantation konnte dem elfjährigen Arturas aus Litauen nicht helfen. Er starb an seiner Leukämie-Erkrankung.

Mehrmals hatte die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) seit Februar 2001 über den TV dazu aufgerufen, für Arturas in Litauen zu spenden. Der Elfjährige litt an Leukämie, seine alleinerziehende Mutter konnte die nötige Behandlung nicht bezahlen und die IGFM kümmert sich schon länger um leukämiekranke Kinder in Litauen. Der Junge war seit 1996 erkrankt. Im Juni 2001 begann im polnischen Wroclaw die Behandlung. Arturas musste sich anfangs einer Chemotherapie unterziehen, bis sich seine Werte normalisiert hatten. Im August 2001 konnte dank der in Deutschland gesammelten Spendengelder eine Knochenmarktransplantation durchgeführt werden, allerdings unter schwersten Bedingungen. Die Spenderin war seine Schwester Ingrida. Nach der Operation begann die schwierige post-operative Phase samt Komplikationen und Nebenwirkungen. Haut, Leber und die Mundschleimhaut wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen. Durch die Medikamente veränderte sich die Struktur des Knochengewebes, so dass der Elfjährige im Rollstuhl sitzen musste. Dann gab es weitere Probleme: Da die Operation wesentlich teurer war, als die Krankenkasse anfangs berechnet hatte, weigerte sie sich die notwendigen, sehr kostspieligen Medikamente weiter zu zahlen. Damit stand das Leben des Kindes wieder auf dem Spiel. Wieder halfen viele Menschen mit Spenden. Allerdings konnte auch die Medikamente nicht mehr viel bewirken. Am Sonntag vergangener Woche starb Arturas im Krankenhaus. Eine Freundin der Familie schrieb: "Eben komme ich aus dem Krankenhaus von Olga (Arturas Mutter, Anmerkung der Redaktion): Heute morgen um 11.05 Uhr ist Arturas ins Paradies gegangen. Gestern Abend waren wir das letzte Mal bei ihm, man konnte schon sehen, dass es auf das Ende zugeht. Aber er war ganz friedlich, sein Gesicht glich dem eines Engels, ganz entspannt und friedlich." Arturas Mutter, die von ihrem Mann verlassen wurde, als klar war, dass der Junge Leukämie hat, ist immer noch auf Hilfe angewiesen. Die Frau, die sich schon in rührenden Briefen für die ihr zuteil gewordene Unterstützung bedankte (der TV berichtete), kann ihren Aufenthalt im Krankenhaus und auch die Beerdigung nicht selbst bezahlen. Deshalb bittet die IGFM erneut um Spenden. Spenden unter "Arturas" auf das Konto der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) 6000 51 54 bei der Kreissparkasse Wittlich, BLZ 587 512 30.