Der Kreis ist Vorreiter

Nach knapp drei Jahren ist das landesweit richtungweisende GIS-Projekt der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich abgeschlossen. Landrätin Läsch-Weber nahm nun den Abschlussbericht der Fachhochschule Mainz entgegen.

Bernkastel-Wittlich/Mainz. (red) "Geoinformationen stellen einen künftig immer bedeutsameren Standortfaktor gerade für den ländlichen Raum dar. Wir sind froh, hier hervorragend aufgestellt zu sein", äußerte sich Landrätin Beate Läsch-Weber anlässlich der Übergabe des Abschlussberichts durch die Fachhochschule Mainz in Wittlich. Sehr zufrieden sei sie über die erreichten Ergebnisse. Der Geschäftsführende Direktor des Landkreistages Rheinland-Pfalz, Ernst Beucher, führte ergänzend aus: "Das Projekt hat gezeigt, dass die Kreise die idealen Mittler für den Austausch relevanter Geodaten innerhalb eines Landkreises und insoweit auch der geeignete Ansprechpartner für das Landesportal sind."Rund 80 Prozent der Aufgaben einer öffentlichen Verwaltung haben Raumbezug. Es ist daher von unschätzbarem Vorteil, wenn dieser Raumbezug in Form von Geodaten elektronisch aufbereitet werden kann. Dazu ist die vorherige Einführung sogenannten geografischer Informationssysteme (GIS) erforderlich. Die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich hat seit dem Jahr 2004 schrittweise ein umfangreiches geografisches Informationssystem in ihrem Haus eingerichtet. Die Einführung erfolgte dabei auf Basis eines Forschungsprojektes des Landkreistages, des Spitzenverbandes der rheinland-pfälzischen Kreise, das von der Fachhochschule Mainz wissenschaftlich begleitet und im Wesentlichen vom Ministerium des Innern und für Sport (ISM) finanziert wurde.Im Anschluss an diese GIS-Einführung wurde im Landkreis Bernkastel-Wittlich ein weiteres Forschungsprojekt des Landkreistages wiederum unter wissenschaftlicher Begleitung der Fachhochschule Mainz durchgeführt. In diesem Projekt, das zudem von den Pfalzwerken und RWE unterstützt wurde, stand die Frage im Vordergrund, ob und inwieweit das GIS eines Kreises mit den entsprechenden Systemen Dritter (kreisangehörige Städte und Gemeinden, Planungsbüros, Architekten) im kreisangehörigen Raum vernetzt werden kann. Es stellte sich her aus, dass insbesondere im Bauwesen erhebliche Synergiemöglichkeiten bestehen. Dies wurde besonders deutlich, als im Rahmen einer simulierten Änderung eines Flächennutzungsplanes die notwendige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange (TÖB) über einen Internetdienst des Landkreises auf dem GeoPortal Rheinland-Pfalz durchgespielt wurde.Die Ergebnisse des Pilotprojektes können von den anderen Kreisen nachvollzogen werden und dienen diesen als Grundlage zur Einrichtung und Umsetzung geografischer Informationssysteme.