Der Lack ist längst ab

MORBACH. Das ehemalige Sporthotel in Morbach wird am Donnerstag zwangsversteigert. Der Beherbergungsbetrieb, der seit geraumer Zeit leer steht, wurde in den 70er Jahren von Horst Eckel, einem Mitglied der Weltmeisterelf 1954, betrieben.

Der Putz blättert von den Hauswänden. Die Werbeschilder rosten vor sich hin oder sind von Unkraut überwuchert. Das ehemalige Sporthotel, das in Morbach auch unter dem Namen "Alabama" bekannt ist, steht seit geraumer Zeit leer. Am Donnerstag kommt es im Rahmen einer Zwangsversteigerung unter den Hammer. Das Gebäude am Rande von Morbach hat bessere Zeiten gesehen. Der erste Betreiber war immerhin Horst Eckel, Mitglied der Berner Weltmeister-Elf. Quasi als Zugpferd hatte der damalige Trierer Architekt Albert Brunner, der auch das Morbacher Rathaus gebaut hat, den ehemaligen Kaiserslauterer Spieler in den Hunsrück geholt. Eckel sollte das Sporthotel betreiben, das parallel zum benachbarten Sportzentrum errichtet wurde. Daran erinnert sich Karl-Heinz Weyand, damals Geschäftsführer des SV Morbach. Der Weltmeister trainierte übrigens für zwei Jahre die erste Mannschaft der Morbacher, bevor er nach Idar-Oberstein abwanderte. Auch das Hotel betrieb er mit seiner Frau nur wenige Jahre. Die Nutzung in Verbindung mit einer Sport-Anlage wurde bereits vor mehr als 20 Jahren aufgegeben, erklärt Bürgermeister Gregor Eibes. Danach wurde das Objekt als Gasthof, teilweise mit Discothek, weiterbetrieben. Ab dem Jahr 2000 hatte er sich unter dem Begriff "Bikertreff" auf Motorradfahrer spezialisiert. Weil die Gemeinde Morbach dort keine Nutzung will, "die unseren Plänen zuwiderläuft", sagt Bürgermeister Gregor Eibes, sollen Bebauungsplan und Flächennutzungsplan geändert werden. Immerhin liegt das Areal in unmittelbare Nähe zum Sportgelände und zum Freibad. Der Gemeinderat hat zudem eine Veränderungssperre beschlossen. Das heißt: Bis das Verfahren abgeschlossen ist, darf nichts baulich verändert oder abgerissen werden. Die Gemeinde beabsichtigt, das frühere Hotel zu ersteigern. Die endgültige Entscheidung sollte gestern Abend in einer nicht-öffentlichen Sitzung im Haupt- und Finanzausschuss fallen (das Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest). Der Verkehrswert des Gebäudes, Baujahr 1968, mit einer Nutzfläche von immerhin 561,4 Quadratmetern inklusive eines 1301 Quadratmeter großen Geländes wurde auf 64 000 Euro festgesetzt. Das heißt: Soll das Objekt beim ersten Versteigerungstermin den Besitzer wechseln, muss der Bieter mindestens die Hälfte des Verkehrswertes, also 32 000 Euro auf den Tisch blättern. Der Versteigerungstermin ist am Donnerstag um 13.30 Uhr im Amtsgericht Bernkastel-Kues.