Der Landkreis hat einen neuen Landrat

Morbach · 300 geladene Gäste, zwei Verwaltungsakte und ein Mann: Gregor Eibes ist seit Montagnachmittag nun auch offiziell Landrat des Landkreises Bernkastel-Wittlich und nicht mehr Bürgermeister der Gemeinde Morbach.

 Der Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Bernkastel-Wittlich und MdL Alexander Licht (links) vereidigt Gregor Eibes zum neuen Landrat des Kreises Bernkastel-Wittlich.

Der Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Bernkastel-Wittlich und MdL Alexander Licht (links) vereidigt Gregor Eibes zum neuen Landrat des Kreises Bernkastel-Wittlich.

Foto: Klaus Kimmling

Die Morbacher und die Gäste aus deren Partnergemeinden sind sich an diesem Montagnachmittag in einer Sache einig: Sie lassen Gregor Eibes als Bürgermeister der Hunsrückgemeinde nicht gerne ziehen. Doch der 51-jährige CDU-Politiker und die Wähler haben es anders gewollt. Eibes sollte ihr neuer Landrat sein. Das ist er nun auch offiziell, nachdem er von Alexander Licht, Erster Kreisbeigeordneter, die Ernennungsurkunde bekommen hat. Licht betont in seinen einführenden Worten, dass Gregor Eibes bei den Menschen ankomme. Die rund 60 Prozent Zustimmung für Eibes im ersten Wahlgang Ende März würden eine deutliche Sprache sprechen. Damals setzte sich der Morbacher gegen fünf Mitbewerber durch.

Doch vor dieser Urkunde gab es von Morbachs Erstem Beigeordneten Hans Jung erst einmal eine andere. Er überreicht Gregor Eibes - wie er selber sagte, schweren Herzens - das Schriftstück, mit dem er aus seinem Amt als Bürgermeister Morbachs entlassen wird. 14 Jahre hatte er dieses Amt bekleidet.

So wie auch schon bei der Verabschiedung von Landrätin Beate Läsch-Weber - zwar eingeladen, jedoch nicht erschienen - standen Gesprächsrunden und nicht lange Reden im Vordergrund. Moderatorin Bianca Waters verstand es, auch das eine oder andere Unbekannte aus Eibes' Leben den Talk-Gästen zu entlocken. So berichtete Norbert Schemer als Vertreter der Morbacher Ortsvorsteher, dass der neue Landrat ein passabler Schüler gewesen sei. Er habe ihn seinerzeit ihn Chemie unterrichtet. Und in Morbachs Partnerstadt Geraberg ist Gregor Eibes ein oft und gerngesehener Gast am Bratwurtst stand. "Egal, ob fünf Minuten nach dem Mittagessen - eine Thüringer passt immer", sagte der neue Landrat. Weniger Erfolg hatte die Moderatorin bei der Suche nach schlechten Eigenschaften des nun ehemaligen Bürgermeisters. Mehrere Redner sprachen von seiner Menschlichkeit und seinem offenen Wesen. Doch da gibt es trotzdem einen dunkeln Punkt: "Er ist öfter einmal unpünktlich", sagt Ludwig Sommer, Personalratsvorsitzender der Gemeindeverwaltung.

Ebenfalls nur lobende Worte fanden Josef Peter Mertes, Präsident der Aufsicht- und Dienstleistungsdirektion, Landrat Bertram Fleck (Rhein-Hunsrück-Kreis), Aloysius Söhngen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Prüm und Landesvorsitzender des Gemeinde- und Städtebundes, sowie Vertreter der Partnergemeinden Geraberg und Pont-sur-Yonne und Vertreter der Mali-Hilfe.

Und der so geehrte Ex-Bürgermeister und neue Landrat? Der kann die Tragweite des Amtseids noch nicht so recht fassen. "Das braucht sicher noch ein paar Tage", sagte Eibes. Als er schon Unterlagen ins Kreishaus nach Wittlich gebracht habe, habe er auch das neue Namensschild an seinem neuen Büro gesehen. "Das konnte ich gar nicht so recht glauben. Das soll ich sein?", sagte Eibes. In seinen Schlussworten macht er zudem deutlich, dass er nun noch weniger Zeit für die Familie habe. Er ist sich aber sicher, dass der Wechsel vom Amt des Bürgermeisters zum Landrat ein nicht zu großer ist wie der vom Beamten der Kreisverwaltung auf den Chefsessel im Morbacher Rathaus.

Apropos Wittlich. Offensichtlich haben viele seiner politischen Weggefährten und Freunde Angst, dass ihm der Wechsel vom Hunsrück an die Lieser nicht so gut bekommen wird. Vor allem fürchten sie offensichtlich, dass er nicht genug zu essen bekommt. Gleich mehrfach gab es Spezialitäten aus dem Warenangebot "Ebbes vun Hei". Doch nicht nur ans leibliche Wohl haben die Morbacher gedacht. Hans Jung überreichte Gregor Eibes einen speziellen Stuhl - seinen bisherigen Bürostuhl aus der Gemeindeverwaltung.

Musikalisch aufgelockert wurde die Veranstaltung in der Baldenau-Halle von einem Saxophon-Quartett mit Lehrkräften der Kreismusikschule, Sopranistin Kristina Klaß mit Josef Theisen am Klavier sowie Marimba-Spielerin Leonie Klein.