Der Mann fürs Wasser sagt Adieu

Er ist eine Art Firmenchef. Seine Ware braucht jeder Mensch: Trinkwasser. Nun geht der Mann, der mit diesem Lebensmittel 85 000 Menschen in 99 Städten und Gemeinden versorgte, in den Ruhestand: Acht Verwaltungschefs haben Wolfgang Gaumer, Werkleiter des Zweckverbands Wasserverband Eifel-Mosel, in Wittlich verabschiedet.

Wittlich. Wie wird man Chef eines Wasserwerks? Zum Beispiel dadurch, dass man nicht zur Bundeswehr will. So war das jedenfalls bei Wolfgang Gaumer: Seine mittlerweile 40-jährige Laufbahn im öffentlichen Dienst hat nämlich damit begonnen, dass er wegen eines Postens beim damaligen Kreiswasserwerk seine Wehrpflicht nicht erfüllen musste. Dann hat er sozusagen seine berufliche Leidenschaft fürs Thema Trinkwasser entdeckt und ist dabei geblieben. Auch wenn er vorher damit geliebäugelt hatte, in die freie Wirtschaft zu gehen. So jedenfalls schilderte Wolfgang Gaumer seinen Karrierebeginn anlässlich deren festlichen Endes: In Wittlichs Altem Rathaus wurde er nach 40 Jahren im Dienst der Wasserversorgung in den Ruhestand verabschiedet.
"Mit Ablauf des Monats August geht eine Ära zu Ende - eine Ära von über 40 Jahren Tätigkeit für die Kreiswasserwerke und den Zweckverband Wasserversorgung Eifel-Mosel" sagte Verbandsvorsteher und Wittlichs Bürgermeister Joachim Rodenkirch im Kreise von sieben weiteren Bürgermeisterkollegen, die zum Adieu-Sagen nach Wittlich gekommen waren.
"Inbegriff des Ingenieurs im feinsten Sinne" nannte Joachim Rodenkirch dabei den Werksleiter und dankte ihm für die langjährige gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Seine Nachfolge tritt der Stellvertreter KarlHeinz Hött an. Dann ist er der Chef des überregionalen Wasserbeschaffungsverbands, der 99 Städte und Gemeinden in den Landkreisen Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell und Bitburg-Prüm versorgt. Zum Zweckverband gehören 56 Brunnen und Quellen, aus denen Grundwasser gewonnen wird. Es wird dann in sieben Wasserwerken zu Trinkwasser aufbereitet. Und damit es beim Kunden ankommt, fließt es durch ein rund 351 Kilometer langes Fernleitungsrohrnetz. Zum Betrieb gehören 48 Hochbehälter. In ihnen können 33 320 Kubikmeter Wasser gespeichert werden. Weiterhin gibt es 22 Pumpwerke, die die Wasserversorgung sichern. 2011 wurden insgesamt 5 172 704 Kubikmeter Grundwasser gefördert und an rund 85 000 Einwohner abgegeben. red