Der Masterplan für den Burgener Markt
Burgen · Es ist das große Ereignis in einem kleinen Ort: Der Burgener Markt. Er zog auch in diesem Jahr in seiner zweiten Auflage über 15 000 Besucher in das Dorf. Ein Verkehrschaos war die Folge. Nun hat Thomas Schimper von der Freiwilligen Feuerwehr ein neues Verkehrsleitsystem vorgelegt.
Burgen.Vor zwei Jahren veranstalteten die Burgener einen ersten Markt, der mit seinem Angebot an regionalen handwerklichen und kulinarischen Produkten genau den Nerv der Besucher traf. 2014 waren es 90 Stände, in diesem Jahr bereits 140 Stände, die mehr als 15 000 Besucher im April nach Burgen lockten. "Wir wurden regelrecht überrannt", erinnert sich Bürgermeister Reinhard Grasnik. Die vielen Besucher, die hauptsächlich mit dem Auto anreisten, brachten dann auch die Freiwillige Feuerwehr, Ordnungsamt und Polizei an die Kapazitätsgrenze.
Der Grund: Der 600 Einwohner zählende Ort liegt in einem engen Tal und ist nur über zwei Kreisstraßen erreichbar: die K 87 von Brauneberg aus nördlicher Richtung und über die K 89 von Veldenz aus nordöstlicher Richtung. Die K 87 ist zudem so schmal, dass Begegnungsverkehr nur bedingt möglich ist. Das sorgte bei den vorangegangenen Märkten zu gefährlichen Situationen: Am Straßenrand geparkte Autos machten es unmöglich, dass Rettungsfahrzeuge bis nach Burgen durchkommen konnten. Josef Schmitz, Leiter des Ordnungsamtes der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, sagte dem TV gegenüber, dass unter diesen Umständen ein dritter Burgener Markt im nächsten Jahr nicht mehr genehmigt werden könne. Die Verwaltung habe wegen der hohen Besucherzahl den Markt als "Großveranstaltung" eingestuft und ein Park- und Verkehrskonzept von der Gemeinde eingefordert.
Die Burgener haben inzwischen ihre Hausaufgaben gemacht. Thomas Schimper, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Burgen, hat das Konzept auf der Gemeinderatsstizung am Donnerstag vorgestellt. "Wir haben mit den Wehrführern der benachbarten Feuerwehren in Filzen, Brauneberg, Veldenz und Gornhausen gesprochen, die uns ihre Unterstützung für nächstes Jahr zugesagt haben", erklärt Schimper. Rund 50 Einsatzkräfte sollen dann den Verkehr regeln. Drei Parkplätze werden auf Wiesen in Burgen, Veldenz und Brauneberg eingerichtet. Die Kreisstraße 87 von Brauneberg wird für den Individualverkehr als Einbahnstraße Richtung Burgen deklariert. Die Kreisstraße 89 führt dann ebenfalls als Einbahnstraße aus Burgen heraus nach Veldenz, wo sich der Verkehr dann wieder verteilen kann. Zwischen Burgen und Veldenz verkehrt ein Shuttlebus, der die freie Spur nutzen kann. Zudem soll die Einbahnstraßenregelung es den Rettungsfahrzeugen erleichten, die Orte zu erreichen.
Ortsbürgermeister Reinhard Grasnick sagt: "Das ist ein erster Anlauf. Bis Ende Januar wollen wir die Feinabstimmung des Konzepts erarbeiten. Das muss natürlich mit Verwaltung und auch mit der Polizei abgestimmt werden." Anschließend muss die Verwaltung die Planung genehmigen. Der nächste Termin steht schon fest: Am 10. April ist wieder Burgener Markt. Wehrleiter Thomas Schimper hofft auf gutes Wetter: "Eine Woche Dauerregen, dann sind all unsere Parkplätze sehr matschig."