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Der mühsame Kampf gegen die Drängelei

Der mühsame Kampf gegen die Drängelei

Leichtfertig und gedankenlos setzen junge Leute manchmal die Gesundheit ihrer Mitschüler aufs Spiel. Die Eltern machen sich Gedanken und appellieren an die Kinder, mehr Verantwortung zu übernehmen.

Bernkastel-Kues. "Die Situation auf dem Busparkplatz am Bernkastel-Kueser Schulzentrum ist regelmäßig Thema in den Sitzungen der Elternvertretung." Diese Aussage von Elke Ehses, der Schulelternsprecherin des Nikolaus-von-Kues-Gymnasiums, zeigt, dass den Eltern die Situation auf dem Gelände sehr wohl bewusst ist. Wie berichtet (TV vom 19. Februar) hatten sich dort in der vergangenen Woche zwei Schülerinnen Verletzungen zugezogen. Eine war mit dem Fuß unter das Rad eines Busses geraten, eine andere in einen Radausschnitt eines Busses.

Der Parkplatz wird von den Schülern des Gymnasiums, der Freiherr-vom-Stein-Realschule und der Hauptschule genutzt.

Bei beiden Unfällen war es vorher zu Drängeleien gekommen. Die Schüler, die vorne standen, wurden in Richtung der Busse geschoben. "Vielen ist die Gefahr, die dadurch entsteht, wohl nicht bewusst", sagt Elke Ehses.

Sie sagt aber auch, dass sich einiges zum Besseren gewendet hat. Auslöser war ein Unfall vor ein paar Jahren, bei dem eine Schülerin ebenfalls am Bein verletzt wurde. Danach habe es intensive Gespräche gegeben. Seither hätten die Busse ihre festen Plätze. "Vorher war das viel schlimmer", berichtet die Elternvertreterin, die vorher auch schon in gleicher Funktion an der Freiherr-vom-Stein-Realschule tätig war.

Die Kreisverwaltung bestätigt diese Einschätzung. 2003 und 2004 sei einiges in die Wege geleitet worden, um die Situation zu verbessern. Fakt sei aber, dass nicht alle Busse bereits vor Schulschluss auf dem Parkplatz stehen könnten. Das funktioniere unter anderem deshalb nicht, weil alle Busse in den Öffentlichen Personen-Nahverkehr integriert seien. Das sei bei den Busbahnhöfen im Kreis nicht anders.

Nach wie vor stelle das Verhalten der Schüler das größte Problem dar. Der Busverkehr werde von vielen Schülern schlichtweg ignoriert. Die zur Aufsicht abgestellten Lehrer könnten dieses Problem nicht lösen, ist Elke Ehses überzeugt. Dazu sei dort in einem Zeitrahmen von etwa einer halben Stunde viel zu viel los. Genau wie die Polizei appelliert Ehses an die Schüler. "Ohne Drängelei geht es viel schneller in den Bus", sagt sie.

Auch die Polizei hat sich noch einmal in die Diskussion eingeschaltet. Es bringe nichts, jetzt wieder mit Experten vor Ort zu gehen. Mit der Zeit bestehe die Gefahr, betriebsblind zu werden, erläutert Helmut Kaspar, Leiter der Polizeiinspektion Bernkastel-Kues. Er lädt stattdessen jeden Bürger ein, sich Gedanken über Verbesserungen zu machen und diese der Polizei mitzuteilen.