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Der neue Bürgermeister der VG Bernkastel-Kues, Leo Wächter, ist vereidigt.

Kommunalpolitik : Leo Wächter übernimmt das Ruder

Der neue Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues hat seinen Eid abgelegt. Er tritt sein Amt am 1. Februar 2020 an. Und zwar mit vielen Vorschusslorbeeren. Einem Wunsch des Landrats erteilt er aber schon eine Absage.

  „Kommen wir jetzt zum Hauptpunkt der Tagesordnung – dem Haushalt für 2020.“ Das Zahlenwerk, auf das der TV in einer der nächsten Ausgabe eingeht, hat natürlich seine Bedeutung. Doch der Satz von Ulf Hangert (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, stimmt an diesem Abend nicht. Es ist die letzte vom Verwaltungschef geleitete Ratssitzung. Der  68-Jährige geht Ende Januar 2020 in den Ruhestand. Am 1. Februar übernimmt der bisherige hauptamtliche Beigeordnete Leo Wächter (CDU) das Ruder. Hangert wird am 23. Januar in großem Rahmen verabschiedet. Deshalb wird über ihn in der Ratssitzung wenig Aufhebens gemacht. Doch Leo Wächter wird vereidigt und ins Amt eingeführt. Das ist dann schon ein besonderer Akt.

Dafür hätte sogar eine eigene Sitzung angesetzt werden können. Doch das wäre nicht im Sinne von Leo Wächter, wie er dem TV vor der Sitzung gesteht. „Das ist typisch Leo Wächter. Er macht so was am Ende der Sitzung und ohne viel Aufhebens“, sagt Landrat Gregor Eibes (CDU), der der Vereidigung beiwohnt. Wächter sei für das Amt prädestiniert. „Wenn es den Begriff Kümmerer noch nicht gäbe, müsste man ihn für Dich einführen“, ergänzt er.

Und: „Ich bin froh, mit Dir zusammenarbeiten zu dürfen. Dich zeichnet unter anderem eine unheimlich große Verlässlichkeit aus.“Da lobt zwar ein CDU-Mann einen anderen CDU-Mann. Aber es ist eine außergewöhnlich hohe Wertschätzung zu bemerken. Die genießt der 61 Jahre alte Wächter auch bei allen Fraktionen im VG-Rat.

Bisher hätten Hangert und Wächter als Team zusammengearbeitet. „Nun wirst du alleiniger Chef“, sagt Eibes. Denn einen hauptamtlichen Beigeordneten wird es nach einem Beschluss vorerst nicht mehr geben. Als alleiniger Chef warten auf Wächter in der großen VG viele Aufgaben – unter anderem mit einer „eigenwilligen Stadt“ beziehungsweise einem „eigenwilligen Stadtbürgermeister“. Wächter werde diese Aufgaben aber meistern, glaubt der Chef des Kreises.

Einen Wunsch wird der 61-Jährige dem Landrat aber eher nicht erfüllen. Der fordert den Mann aus Ürzig auf, seinem Heimatort auch Mal für ein, zwei Wochen den Rücken zu kehren und irgendwo anders seinen Urlaub zu verbringen. Wächter ist für seine Standorttreue bekannt, schraubt lieber an Traktoren und pflegt den großen Garten. Die Wehlener Ortsvorsteherin und VG-Beigeordnete Gertrud Weydert habe ihm angeboten nach Wehlen zu kommen. Das könne er sich noch vorstellen. „Aber weiter hinaus wird es wohl etwas schwierig“, sagt er.

 Foto: Clemens Beckmann
Foto: Clemens Beckmann Foto: TV/Clemens Beckmann
 Foto: Clemens Beckmann
Foto: Clemens Beckmann Foto: TV/Clemend Beckmann

Es sei für ihn „Ehre und Verpflichtung“ das Amt zu übernehmen. „Hier bin ich aufgewachsen, verwurzelt und geerdet. Und ich bin aus ganzem Herzen Kommunalpolitiker. Er werde sicher auch kritisch begleitet. „Seien Sie dabei nicht päpstlicher als der Papst“, bittet er. Die Eckpunkte seiner achtjährigen Arbeit werde er am 18. März in der nächsten Sitzung des VG-Rates erläutern.