Der neue Fahrplan macht Schülern aus Salmrohr Probleme. Nicht alle werden mit dem Bus mitgenommen.

Kostenpflichtiger Inhalt: Verkehr : Wenn Salmrohrer Schüler stehen bleiben müssen

Seit dem 1. September gilt ein neuer Busfahrplan. In Salmrohr sind davon vor allem Schüler betroffen, die weiterführende Schulen in Wittlich besuchen. In der vergangenen Woche konnten an einigen Tagen zehn bis fünfzehn Schüler wegen Überfüllung eines Busses nicht mitgenommen werden.

Die Eltern in Salmrohr sind sauer. Die Fahrplanänderungen der Linie 212, die wegen des neuen Linienbündels „Römische Weinstraße“ im Kreis Trier-Saarburg nötig war, hat Auswirkungen auf ihre Kinder. In der vergangenen Woche konnte ein Bus  mehrfach zehn bis fünfzehn Kinder nicht mitnehmen. Die Kinder mussten sehen, wie sie zur Schule kamen. Manfred Hower, dessen Kinder betroffen sind, sagt: „Ich bin selbst da gewesen, 13 Kinder sind nicht mehr in den Bus gekommen, und das ist eine schwierige Situation.“

Insgesamt stehen den Kindern aus dem Ortsteil Salmrohr nach der Fahrplanänderung innerhalb von 20 Minuten drei Busse nach Wittlich zur Verfügung, von denen einer das Peter-Wust-Gymnasium (PWG) direkt anfährt, die Schüler also nicht auf dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) umsteigen müssen.

Vorher waren es allerdings vier Busse. Der gestrichene Bus ist von Wittlich aus nach Salmtal gefahren und hat Wittlicher Schüler, die zur IGS gefahren sind, mitgenommen. Auf dem Rückweg nach Wittlich konnten Dörbacher und Salmrohrer Kinder mitfahren. Jetzt fahren die Busse von Wittlich zur IGS Salmtal später, damit sie noch Kinder aus dem Umland von Wittlich, die schon morgens aus ihren Orten erst nach Wittlich und dann nach Salmtal fahren, mitnehmen können. 

Die Erklärung nutzt den Salmrohrer Kindern nicht viel, denn der frühe Bus, der um 6.58 Uhr fährt, ist für die Kinder nicht attraktiv, weil sie dann schon etwas über eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn in Wittlich sind. Das bestätigt die Salmtalerin  Simone Wahle. Sie sagt: „Der erste Bus ist für die Schüler nicht interessant, da die späteren Busse ja ausreichen würden, um pünktlich in der Schule zu sein.“ Bei einem Ortstermin, bei dem Vertreter der Rhein-Mosel Verkehrs GmbH (RMV) der Kreisverwaltung, der Schulleitung des PWG und Eltern waren, zeigte sich, dass im ersten Bus etwa zehn Kinder saßen.

Daraufhin hat der RMV Zettel verteilt, auf denen stand, dass die Kinder ab der neunten Klasse den frühen Bus nehmen müssen. Diese Regulierung darf der Verkehrsträger vornehmen, um eine gleichmäßige Auslastung zu gewährleisten. Die Eltern sind davon nicht begeistert. Udo Messerig erklärt: „Das kann ja nicht sein, ab der Oberstufe zahlen die Kinder oder Eltern den Bus selbst, und da können sie fahren, mit welchem Bus sie wollen.“ Und:  „Es gibt auch schon Eltern, die überlegen, ihre Kinder zu anderen Haltestellen zu fahren, damit sie dort auf jeden Fall in den Bus kommen.“

Auch Monika Metzen-Mirz, Schulleiterin des PWG, schätzt das schwierig ein. Sie berichtet: „Schüler aus Salmtal kamen bei uns dauerhaft zu spät oder gar nicht, was uns dann auch besorgt, weil wir nicht wissen, was los ist, und deshalb wollte ich mir die Situation vor Ort einmal anschauen. Ob das funktioniert, dass die Schüler ab der 9. Klasse dann mit dem frühen Bus fahren und wie das kontrolliert werden soll, weiß ich nicht. Wichtig wäre mir, dass die Kinder einen zügige Anschlussverbindung zum PWG haben, damit sie nicht so lange morgens auf dem ZOB verbringen müssen.“

Diesen Wunsch haben auch die Eltern. Manfred Hower sagt: „Wenn der Bus um 6.58 Uhr attraktiver gemacht würde, beispielsweise, weil er auch eine direkte Verbindung zum PWG hätte, könnte sich das eher regulieren.“ Die RMV hat bereits auf die Proteste reagiert. Die Abfahrtszeit des Buses um 6.58 Uhr ist um vier Minuten nach hinten auf 7.02 Uhr verschoben worden. Jetzt kommen die Kinder um 7.18 Uhr an, und der nächste Bus zum Peter-Wust-Gymnasium fährt um 7.29 Uhr. Nach den Richtlinien des Landkreises ist für die anderen Schulen eine Ankunft 30 Minuten vor Unterrichtsbeginn und bei Schülern der Gymnasien eine nicht erhebliche Überschreitung dieser 30 Minuten zumutbar.

Wenn es für die Schulkinder aus Salmrohr Richtung Wittlich geht, dann hoffen sie zuvor auf einen Platz. Foto: Christina Bents. Foto: Christina Bents

Aktuell scheint sich die Lage etwas entspannt zu haben. Bei einem weiteren Ortstermin kamen alle Kinder in den Bus, und auch der Schulleitung sind keine weiteren Verspätungen aufgefallen. Ob mehr Kinder mit dem frühen Bus gefahren, Klassenfahrten oder Elterntaxis hierfür die Ursache sind, ist nicht klar.

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