Wahrzeichen : Vorsicht, Steinschlag! Der Neuerburger Kopf in Wittlich bröckelt

Felsbrocken schlagen auf dem Wanderweg auf: Wittlichs Wahrzeichen ist für Spaziergänger gesperrt. Nun soll der Fels gesichert werden.

 Der Neuerburger Kopf gilt seit jeher als Wahrzeichen des Wittlicher Tales, auf das die Neuerburger stolz sind. Schon von weitem ist der Vulkankegel gut zu sehen. Der auffällige Berg ragt mit 286 Metern über die Wittlicher Senke. Experten schätzen, dass er 108 Millionen Jahre alt ist – viel älter als die Maare der Vulkaneifel. Eine Raubritterburg stand schon auf ihm, und Weinberge waren hier auch schon einmal angelegt.

Doch bei den Vorbereitungen für die letzte Bergmesse hoch oben über Wittlich gab es eine erschreckende Entdeckung: Im Bereich des Festplatzes auf dem Vulkankegel haben sich aus einer Felswand in der jüngeren Vergangenheit einige Felsblöcke gelöst. „Die sind etwa kopfgroß“, erklärt Ortsvorsteher Udo Reihsner.
Aus Angst vor Steinschlag musste der Standort der Bergmesse, die im Rahmen der Neuerburger Kirmes stattfand, verlegt werden. Pfarrer Bruno Comes und 40 Gläubige konnten die Bergmesse, die in Anlehnung an die Bergpredigt des neuen Testaments auf Höhen gefeiert wird, deshalb nicht auf dem Festplatz unterhalb der Felswand feiern.

Der obere Teil des Neuerburger Kopfes ist seit Bekanntwerden des Steinschlags mit Gittern abgesperrt und der Durchgang für Spaziergänger verboten. Denn der Fußweg verläuft direkt entlang der steilen Felsböschung, womit die Gefahr, dass vulkanisches Gestein auf dem Kopf von Fußgängern landet,  nicht von der Hand zu weisen ist.

Seitdem beschäftigt sich der Bauausschuss der Stadt Wittlich mit dem Thema.

Gutachten Das Gremium beauftragte zunächst ein Ingenieursbüro, das die Schäden am Berg feststellte und eine Empfehlung für die weitere Vorgehensweise aussprach.

Die Gutachter des Trierer Ingenieurbüros sbt erkannten in den großen Rissen und Fugen im Fels eine große Gefahr, weil nicht auszuschließen sei, dass „ein Großteil der sichtbaren Felswand quasi als Platte vom tieferen Fels getrennt ist“.
Damit sei nicht auszuschließen, dass sich auch zukünftig durch Witterungseinflüsse wie Frost und andere Gründe Felsbrocken lösen und herabfallen könnten. Zudem könne eine zunehmende Gesteinsverwitterung mittel- bis langfristig zu einer Destabilisierung der vorhandenen „Felsplatte“ führen, erklärten die Gutachter, die sofort empfahlen, bereits lockere Brocken händisch zu lösen.

Empfehlungen Aufgrund ihrer Feststellungen empfahlen die Gutachter unmittelbar nach dem ersten Ortstermin, bereits lose Bereiche der Felswand „händisch zu lösen“, was bereits geschehen ist. Zudem empfahlen die Gutachter, die Bäume, Büsche und Unkraut entlang der Felswand entfernen zu lassen. Denn erst nach der Rodung war der Blick auf die ganze Felswand frei. Aufgrund der Feststellungen auf einem zweiten Ortstermin empfahlen die Experten, den Fels mit einem dauerhaft korrosionsbeständigen Drahtnetz in Verbindung mit drei bis vier Meter langen Felsnägeln und Drahtseilen dauerhaft zu sichern.

Felsblöcke mit einer Kantenlänge von bis zu 40 Zentimetern sind von der Felswand am Neuerburger Kopf abgebrochen und auf den Wanderweg gestürzt. Foto: TV/Christian Moeris
Durchgang verboten: Seit der Steinschlag auf dem Vulkankegel bekannt wurde, ist der Fußweg entlang der Böschung gesperrt. Foto: Christian Moeris
Achtung Steinschlag: Warnschilder auf dem Neuerburger Kopf. Foto: TV/Christian Moeris

Felssicherung 180 Quadratmeter der instabilen Felswand entlang des Wanderpfades nahe des Festplatzes sollen nun mit Drahtnetzen gesichert werden. So hat es der Bauausschuss am Dienstagabend einstimmig beschlossen und die Arbeiten zum Preis von 25 000 Euro an eine Firma aus Neumagen-Dhron vergeben. Die Arbeiten zur Felssicherung sollen bereits in der nächsten Woche beginnen und noch vor Wintereinbruch abgeschlossen sein.

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