Der perfekte Weihnachtsbaum: Gerade gewachsen und schmal soll er sein

Der perfekte Weihnachtsbaum: Gerade gewachsen und schmal soll er sein

Weihnachten ohne Tannenbaum - das geht nicht. Auf der Suche nach einem besonders schönen Exemplar kann man am Bernkasteler Moselufer fündig werden. Dort verkauft Rudi Hoffmann im Auftrag des Werbekreises Bernkastel-Kues ehrenamtlich Eifeler Nordmann-Tannen. Der Erlös dient einem guten Zweck.

Bernkastel-Kues. (sim) Rudi Hoffmann steht seit dem 8. Dezember täglich von 12 bis 18 Uhr am Bernkasteler Moselufer in einem sieben mal 15 Meter großen "Käfig". Mit Bauzäunen ist das Areal abgetrennt, in ihm stehen oder liegen prächtige Nordmann-Tannen, alle frisch geschlagen in einer Schonung bei Salm/Eifel. 300 Stück ordert Rudi Hoffmann jedes Jahr. In der Regel sind alle nach zehn bis elf Tagen weg. Die Preise haben in diesem Jahr etwas angezogen, um zwei Euro pro laufenden Meter, der nun zwölf statt zehn Euro kostet. Rudi Hoffmann hat zahlreiche Stammkunden. Leute, die sich jedes Jahr bei ihm den Baum zum Fest kaufen. "Gerade, gleichmäßig gewachsen und möglichst schmal muss er sein", weiß Hoffmann. Die Suche nach dem perfekten Christbaum gestaltet sich manchmal etwas schwierig. "Da kommt es schon mal vor, dass Mann und Frau sich nicht einig werden und auch schon mal ein böses Wort fällt", erzählt Hoffmann. Doch "Ranger Rudi", wie ihn seine Freunde und Bekannten nennen, greift in solchen Fällen zu einer List. "Ich schicke den Mann aus dem Käfig, suche dann mit der Frau einen Baum aus, und schon herrscht wieder Frieden." Vor einigen Tagen hat er einen Baum sogar an eine englische Urlauberin verkauft. Es bedurfte aber einiger Überredungskünste, um den Busfahrer dazu zu bewegen, die Zwei-Meter-Tanne im Bus zu deponieren.Christbaum-Ständer mitbringen, und Rudi hilft

Rudi Hoffmann weiß, was er seinen Kunden schuldig ist. Wer seinen Christbaum-Ständer mitbringt, dem stellt er den Baum kerzengerade in den Untersatz. "Naturbursche" Rudi Hoffmann, der in seinem Wohnort Bernkastel-Andel ein großes Gehege mit Damwild, Ziegen, Hühnern, Pferden, Esel, Lama und Emus sein eigen nennt, erlebt gelegentlich aber auch seltsame Käufer. "Wenn einer von mir verlangt, die Spitze einer etwas zu lang geratenen Tanne abzuschneiden, dann tut mir das schon weh." Hoffmann: "Einen solch verstümmelten Baum würde ich mir nie ins Wohnzimmer stellen."