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Der Preis geht an die Enkircher Bürger

Der Preis geht an die Enkircher Bürger

Großer Erfolg für Enkirch: Der Weinort hat im Gebietsentscheid "Unser Dorf hat Zukunft" in der Sonderklasse den ersten Platz erzielt und sich damit für den Landeswettbewerb qualifiziert. Die Jury lobt vor allem das vorbildliche bürgerliche Engagement.

 Die Ratsweinschenke ist ein Schmuckstück im Ort. TV-Foto: Winfried Simon
Die Ratsweinschenke ist ein Schmuckstück im Ort. TV-Foto: Winfried Simon

Enkirch. Ortsbürgermeister Roland Bender hat die erfreuliche Nachricht gestern Morgen erfahren. Seine erste Reaktion: "Das ist auch eine Auszeichnung für die vielen Menschen im Ort, die ehrenamtlich tätig sind." Das intakte Vereinsleben und die Tatsache, dass man in Enkirch stets bestrebt sei, den Ort weiterzuentwickeln, habe die Jury ebenfalls überzeugt, so Bender.
Die Jury, die Mitte Mai Enkirch begutachtete, lobt ferner die Versorgungsstruktur, das Angebot an Dienstleistungen und die Zahl von kulturellen sowie sportlichen Aktivitäten. So verfügt der 1550-Einwohnerort über 113 Gewerbebetriebe und eine vorbildliche touristische Infrastruktur - unter anderem mit 90 Kilometern Wanderwegen und 200 Wohnmobilstellplätzen am Moselufer.
Entscheidend für die Auszeichnung dürfte aber das Engagement der Bürger gewesen sein - vor allem hinsichtlich der Gestaltung und Pflege der denkmalgeschützten Fachwerksubstanz. Als Schatzkammer rheinischen Fachwerkbaus gilt der Moselort. 39 denkmalgeschützte und 20 weitere nicht geschützte historische Häuser prägen das Ortsbild. Im März dieses Jahres haben Bürger die Stiftung Fachwerkdorf Enkirch gegründet, die sich für den Erhalt dieser Gebäude einsetzen. Ein erstes Objekt hat die Stiftung bereits im Blick: das marode Haus Jakoby in der Weingasse. Die Stiftung hat vor, es mustergültig zu sanieren und erarbeitet derzeit ein Finanzierungskonzept. Zahlreiche Fachleute bringen unentgeltlich ihre Kenntnisse ein, um das Projekt zu realisieren. In einem weiteren Schritt wird die Stiftung ein Kataster aller Fachwerkhäuser und historischer Gebäude in Enkirch erstellen.
Und da ist die 1979 gegründete Oberdorfgemeinschaft "Rotte 10 und 11". Bereits 2005 wurde sie mit dem Bürgerpreis "Stille Stars" des Kreises Bernkastel-Wittlich ausgezeichnet. An sechs Häusern haben die Mitglieder der "Rotte 10 und 11" schon Fachwerk freigelegt. Sie haben unter anderem den Dorfbrunnen erbaut, das Feuerwehrmuseum errichtet, den Spielplatz im Oberdorf neu gestaltet und den Wanderweg der Lieder mit aufgebaut.
Zurzeit wird die Alte Schule zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. Es entstehen unter anderem ein großer Veranstaltungssaal mit Platz für 250 Personen und mehrere Vereinsräume. Für das Zwei-Millionen-Euro-Projekt gibt es vom Land einen kräftigen Zuschuss, doch die Gemeinde muss rund 600 000 Euro selbst aufbringen. Ende dieses Jahres soll das alte, neue Gebäude fertig sein.
Derzeit gestaltet die Gemeinde, die 2010 vom Land als Schwerpunktgemeinde Dorferneuerung anerkannt wurde, das Moselvorgelände um. Es entstehen ein Beachvolley- und ein Basketballfeld. Der Mini-Golfplatz wird erneuert. Für den Gebietswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" hatten sich aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich neben Enkirch noch Horath und Veldenz beworben.