Der Protest ebbt nicht ab
Die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) ist aus der Alten Schule in Gonzerath abgezogen. Das ist jedoch kein Grund für die "Bürgerinitiative gegen Rechts" und das Bündnis "Hunsrück gegen Rechts", ihre Arbeit gegen die rechtsradikale Partei einzustellen.
Gonzerath. Der braune Spuk in Gonzerath ist vorbei, die NPD aus der Alten Schule im Ort vertrieben (der TV berichtete). Für dieses Ziel haben viele Menschen gekämpft, auf der Straße demonstriert, Plakate angebracht, Flugzettel verteilt und ihrem Unmut über die Präsenz der rechtsradikalen NPD in Gonzerath auch anderweitig öffentlich Luft gemacht. Dennoch wollen die beiden Bürgerinitiativen, die sich im Zuge des Protests gegründet hatten, den Widerstand gegen die rechtsradikale Partei fortführen.Demonstration hat sehr viel bewegt
"Uns geht es darum, im Kreis Bernkastel-Wittlich weiter Front gegen die NPD zu machen", sagt Judith Linn, Sprecherin der "Bürgerinitiative gegen Rechts". Schließlich habe die NPD angekündigt, sich im Kreis einen neuen Standort zu suchen. Sollte die NPD tatsächlich wieder Fuß fassen, will Linn mit ihren Mitstreitern erneut vor Ort sein und Präsenz zeigen. "Ich denke, die Demonstration gegen das Schulungszentrum der NPD in Gonzerath Anfang März hat sehr viel bewegt - vor allem die Politik wurde durch den öffentlichen Protest mobilisiert", begründet Linn die Entscheidung.Ein Sprecher der Bürgerinitiative "Hunsrück gegen Rechts", der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, kündigt ebenfalls weitere Aktionen gegen die NPD an. Seine Initiative wolle versuchen, eine Gruppe aufzubauen, die im südwestlichen Teil des Hunsrücks Aktivitäten der rechten Szene im Auge behält, sie solide recherchiert und dann der Öffentlichkeit zugänglich macht. "Wir wollen Ansprechpartner für Menschen werden, die rechtsradikale Aktivitäten in ihrem Umfeld beobachten und gegebenenfalls konkrete Hilfe anbieten", so der Sprecher. Doch dabei will es die Bürgerinitiative nicht belassen. Laut ihrem Sprecher arbeitet die Gruppe derzeit an einem Aktionskonzept, mit dem Menschen ausfindig gemacht werden sollen, die an die NPD Immobilien vermieten, verkaufen oder vermitteln. "Diese Menschen tragen eine Mitverantwortung für das Treiben der rechtsradikalen Partei und sollen öffentlich stigmatisiert werden", so der Sprecher. Im Bereich Prävention will die Gruppe "Hunsrück gegen Rechts" künftig eng mit den Schulen in der Region zusammenarbeiten. Geplant sei beispielsweise, ein Treffen von Schülersprechern aus dem weiteren Umfeld Morbachs zu organisieren. Dabei soll ein Mitglied des "Netzwerks für Demokratie & Courage" eingeladen werden, der ein Konzept für Aktionstage gegen Rechtsradikalismus an Schulen vorstellt. Damit sollen die Schülersprecher ermutigt werden, selbst aktiv zu werden. Wer sich für die Arbeit der beiden Gruppen interessiert, kann Kontakt aufnehmen:"Hunsrück gegen Rechts": Postfach 1220, 54494 Morbach. E-Mail: hunsrueckgegenr@aol.com,"Bürgerinitiative gegen Rechts": bi-gonzerath@web.de.