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Der Rahmen für die Wahl steht

Wittlich. Wer sitzt im zweiten Jugendparlament der Stadt Wittlich? Anfang Mai wird es feststehen. Zur Wahl in das 15-köpfige Gremium stehen voraussichtlich sieben junge Frauen und 17 junge Männer. Es gibt etwa 1870 Wahlberechtigte. Clemens Beckmann

Wittlich. Ist Facebook das Medium, über das die meiste Kommunikation zwischen jungen Leuten läuft? Mag sein. Bei den Vorbereitungen zur zweiten Wahl des Wittlicher Jugendparlaments hat es allerdings offenbar nicht die Hauptrolle gespielt. "Wir haben zwar auch über Facebook Leute gefragt, ob sie kandidieren wollen", sagt der amtierende Vorsitzende Tobias Müllers, "aber mehr haben wir dadurch gewonnen, dass wir sie persönlich angesprochen haben."
Gestern Abend lief die Meldefrist für die Wahl des 15-köpfigen Gremiums ab. Rainer Stöckicht, Büroleiter der Stadtverwaltung, geht von 24 Kandidaten (sieben junge Frauen, 17 junge Männer) aus, falls der Wahlausschuss nichts anderes beschließt. Wahlberechtigt sind nach derzeitigem Stand etwa 1870 junge Wittlicher.
Fest steht schon, dass es ausnahmslos neue Gesichter geben wird. "Das hat schulische und berufliche Gründe", sagt Müllers. Er selbst wird im August ein duales Studium beginnen. Bis dahin werde er aber den neuen Jungparlamentariern mit Rat zu Seite stehen.
Gleiches gelte für vier bis fünf andere aus dem Gremium der ersten Stunde. Dieses Engagement sei ihnen wichtig.
Als politische Neulinge sei es für sie anfangs darum gegangen, Ansprechpartner zu suchen und erst einmal Strippen zu ziehen - zum Beispiel in der Verwaltung. Darunter habe die Arbeit etwas gelitten. Müllers: "Erst im dritten Jahr lief es richtig."
Der 18-Jährige will mithelfen, dass die Nachfolger diese Anlaufschwierigkeiten nicht haben und somit von Anfang an effektiv arbeiten können. Dass die Arbeit aufreibend sein kann, haben die jungen Leute beim Thema Kino gemerkt. Die Anstrengungen wieder ein Lichtspieltheater in die Stadt zu holen, seien ergebnislos geblieben, sagt Müllers. Allerdings sei auch die Stadt mit ihren Bemühungen bisher nicht vorangekommen.
Sehr engagiert gehen die jungen Leute bei dem Fotoprojekt "Ich falle aus dem Rahmen" vor, mit dem sie für Zivilcourage und gegen Diskriminierung aller Art eintreten. Bisher gab es unter anderem Aktionen gegen Homosexualität und Rassismus.
Vor drei Jahren stellten sich 31 Kandidaten zur Wahl. Nun sind es 24. "Ein bisschen enttäuschend ist das schon", gibt Tobias Müllers zu. Vielleicht liege es daran, dass bei der Premiere vor drei Jahren die Werbetrommel kräftiger gerührt wurde - auch von den Parteien.
Ein Weiteres kommt hinzu: "Viele junge Leute glauben, dass das Gremium einen politischen Auftrag hat und man wie ein Politiker denken muss. Das ist aber nicht so", sagt Müllers.Extra

Das Jugendparlament wird wie 2010 per Briefwahl bestimmt. Wähler und Gewählte müssen mindestens 14 Jahre alt sein (Stichtag 5. Mai) und dürfen noch keine 23 sein (Stichtag 6. Mai). Die Unterlagen verschickt die Stadt. Sie müssen bis 5. Mai wieder bei der Verwaltung sein. Vor drei Jahren lag die Beteiligung bei 23,6 Prozent. Das gilt als guter Wert. Das Gremium kann pro Jahr über 500 Euro verfügen. Die jungen Leute bekommen ein Sitzungsgeld von jeweils zehn Euro. Am 9. April stellen sich die Wittlicher Kandidaten ab 18 Uhr im Haus der Jugend vor. Im Kreis Bernkastel-Wittlich gibt es drei weitere Jugendparlamente: in der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, in der Einheitsgemeinde Morbach und in der Ortsgemeinde Zeltingen-Rachtig. cb