Der Rahmen passt ideal

Viel Virtuosität bewiesen die Musiker beim Konzert in der Barockvilla Böcking in Traben-Trarbach.

Das „Trio 07“ gestaltete einen der Höhepunkte der Kulturwoche in der Barockvilla Böcking in Traben-Trarbach. Foto: Mittelmosel-Museum

Traben-Trarbach. (red.) Kerzen flackerten auf dem Jahrhunderte alten gusseisernen Ofen, in deren Widerschein die historischen Familienbilder der Böckingschen Ahnengalerie bisweilen selig zu lächeln schienen. Nicht viel anders wird das Bild in der altehrwürdigen Patriziervilla ausgesehen haben, als dort die Porträtierten im 18. und 19. Jahrhundert einst selbst zur Hausmusik geladen hatten. Bestand doch zu Zeiten, als Musikgenuss noch untrennbar mit dem originären Vortrag von Künstlern verbunden war, die einzige Gelegenheit, in der kulturellen Abgeschiedenheit der Provinz mit dem Musikgeschehen der Zeit in Kontakt zu kommen, in der Ausrichtung eigener Kammerkonzerte. Vor diesem Hintergrund hätte es keinen passenderen Rahmen für den hochkarätigen Konzertabend mit Birgit Häußer (Flöte), Margret Johst (Cello) und Ulrich Krupp (Cembalo) als das historische Ambiente des Mittelmosel-Museums in der Barockvilla Böcking in Traben-Trarbach geben können.

Ausflug in die Welt der alten Musik



Unter der Überschrift "Eine Reise durch Europa" lud das "Trio 07" aus Trier zu einer musikalischen Zeitreise in die Welt der alten Musik aus Renaissance und Barock ein, wie sie neben den Adelshäusern damals auch in den Salons des wohlhabenden Großbürgertums tatsächlich zum Vortrag kam.

In ihrem zweistündigen Programm widmeten sich die drei Musiker unter anderem Kompositionen von Georg Philipp Telemann, Jean Marie Leclair, der berühmten "La Follia" von Arcangelo Corelli sowie dem englischen Meister Andrew Parchham und seiner Sonate in G-Dur. Außerdem standen Werke von Händel und die "Sonata Prima" des Italieners Dario Castello auf dem Programm.

Solistische Virtuosität auf der Blockflöte bewies zudem Birgit Häußer mit der "Engels Nachtegaltje" aus Jacob van Eycks "Der Fluiten-Lustho", während das Trio bei Vivaldis Sonate a-moll Nr. 3 RV 43 für Violoncello und Cembalo mit Bertram Minor als Gastcellist die Continuo-Begleitung übernahm. Letzterer sorgte bei den "Drei Recercaden" des spanischen Komponisten Diego Ortiz dann auch am Schlagwerk für den temperamentvollen südländischen Rhythmus.