Der Riesling verbindet

"Aufbruchstimmung": Vielleicht ist bereits das Wort des Jahres gefunden. Nach Jahren des Stillstands oder Rückschritts sollen allerorten Signale für eine bessere Zukunft gesetzt werden. Da wollen die Winzer nicht zurückstehen.

Auch sie sollen aufbrechen und sich in 14 Jahren nicht mehr vor Riesling-Freunden retten können, die auch noch bereit sind jeden Preis zu zahlen. Hört sich gut an, doch ist es auch umzusetzen? Die Angst vor Veränderung sei bei den Winzern größer als der Mut zur Veränderung, sagt Experte Otto Schätzel. Eine Lähmung sei die Folge. Diese Lähmung soll mit dem Ende des ersten gemeinsamen Weinbautages beendet sein. Auf Knopfdruck kann allerdings keine Aufbruchstimmung erzeugt werden. Das geht nur mit einer Dynamik, die von innen, letztlich aus dem Herzen jedes Winzers, kommen muss. Das verbindende Element kann dabei nur der Riesling sein. Rotwein mag manchem Winzer das Auskommen sichern, doch die "Visionen 2020" dürfen sich an der Mosel nur am Riesling orientieren. Es wird allerdings bei Visionen bleiben, wenn die so genannten vagabundierenden Moste und Weine, die die Preise kaputt machen, nicht gebunden werden. Dies kann nur in Regie der Kellereien und der Moselland eG geschehen. Die Region soll in Zukunft mit einer Stimme reden, lautet eine Forderung des Weinbautages. Dann muss aber auch einer anfangen, seine Stimme zu erheben. c.beckmann@volksfreund.de