Der Schabbat und seine Riten
Traben-Trarbach · Ein Ruhetag in der Woche ist wichtig. Dieser Auffassung ist Arie Rosen, ein in Deutschland gebürtiger Israeli, der anlässlich des Holocaust-Gedenktags im Gymnasium Traben-Trarbach einen Vortrag hielt. Er appellierte an die Schüler, über die Gestaltung ihres Sonntags nachzudenken.
Traben-Trarbach. Was bedeutet der Schabbat im Judentum? Welche Riten sind vorgesehen? Und welche Bedeutung haben sie in Israel? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines Vortrags im Traben-Trarbacher Gymnasium. Der in Deutschland geborene Israeli Arie Rosen von der Gesellschaft "Kulturelle Begegnungen - Judentum kennenlernen" vermittelte vier Schulklassen zunächst Wissenswertes über Jerusalem und erzählte von seinem Zugang zur Religion, der sich ihm erst in Israel erschloss. Er informierte über Thora, Talmud und den Schabbat. "Die Thora ist ein Gesetzeswerk mit 613 Geboten, nach dem fromme Juden leben." Das Schabbat-Gebot gehöre zu den wichtigsten, sagte Rosen. Allerdings hielten nur 20 Prozent der Menschen in Israel diesen Ruhetag in der strengen Form ein.
Er werde stets am Freitagabend mit dem Entzünden zweier Kerzen eingeleitet, nachdem die Gläubigen zuvor eingekauft, gekocht und geputzt haben. Festlich gekleidet wird der Schabbat begangen, der dem rasanten Lebensstil der heutigen Zeit gegensteuern soll. Er endet am Samstagabend. Das Gebot fordere, sich vor der Arbeit zu hüten, nichts zu tun - auch gedanklich - und sich von den Alltagssorgen zu befreien, sagte Rosen. Die Riten sollen die Familien zusammenhalten. Er sehe Parallelen zum Sonntag der gläubigen Christen.
"Denkt einmal darüber nach, wie Ihr Euren Sonntag gestaltet", forderte Rosen. Die Besinnung auf einen Ruhetag sei sehr wichtig. "Das war sehr informativ, er hat es sehr gut rübergebracht", lobte Zehntklässler Johannes Heim, und auch Romina Kentischer zeigte sich zufrieden: "Man konnte ihm sehr gut zuhören." GKB