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Der Schilder-Schwund und seine Folgen

Der Schilder-Schwund und seine Folgen

Die Erkundung des Belginum-Wanderweges wird Wanderern aus Norddeutschland in Erinnerung bleiben. Sie hatten sich hoffnungslos verlaufen. Schuld daran war ein fehlendes Schild, wie die unverzügliche Kontrolle des Hunsrückvereins ergeben hat.

Morbach. (urs) Die gute Laune ist Wanderern aus Lübeck nicht verschütt gegangen entlang des Belginum-Wanderweges. Doch erschöpft waren sie schon, als sie endlich in Bernkastel-Kues ankamen. "Es war definitiv zu stressig - vor allem für die Kinder", stellt Wiebke Hinz rückblickend fest. Inzwischen sähen sie das aber als Überlebenstour: "Das Naturerlebnis hat letztlich dazu geführt, dass uns diese Survival-Tour trotz allem gefallen hat." Um anderen eine solche dennoch zu ersparen, hat sie sich an den Trierischen Volksfreund gewandt.

Den falschen Weg eingeschlagen hat die Gruppe schon anfangs in der Nähe des Archäologieparks Belginum und in Wederath. Dort sei zwar ihr Startpunkt ausgeschildert gewesen, nicht aber die Zielorte Bernkastel oder Traben-Trarbach. Die Entscheidung, entgegengesetzt zu gehen, erwies sich als falsch. Nach einer Umrundung des Ortes entdeckten sie zufällig wieder ein Schild. Eine weitere Herausforderung war laut Hinz ein mit Brennnesseln und Brombeeren zugewachsener Weg mit rutschigen Steinstufen. Außerdem hätten sie Ruhebänke vermisst. Erst nach acht Kilometern hätte eine in Kautenbach gestanden. Pech war nur, dass sie sich dort entschieden, doch nicht nach Traben-Trarbach zu gehen, sondern ins vermeintlich nähere Bernkastel-Kues. Die Beschilderung sei aber auch dort "reine Glückssache" gewesen. Zumindest in Richtung Hunsrück, weshalb sie annehme, dass der Weg nur aus Richtung Mosel begangen und gepflegt werde.

Doch eben das ist aber nicht der Fall, wie Nachfragen bei den Beteiligten (siehe Extra) zeigen. Ein Auge auf den Wanderweg hat in erster Linie der Hunsrückverein. So hat Berthold Staudt, Morbacher Wanderwart, noch im Frühjahr Schilder im Trabener Bachtal ausgetauscht. Nachbeschilderungen seien ständig nötig, weiß auch Erwin Unkelhäußer, Vorsitzender des Heimatvereins Gornhausen. Nicht selten würden Schilder mutwillig zerstört, als Souvenir abmontiert, oder es gebe Schwund beim Baumfällen. Daher werde im Frühjahr ergänzt.

Bei konkreter Kritik machen sich Wander-Experten aber auch zwischendurch auf den Weg. So hat Wanderwart Staudt den Belginum-Weg unverzüglich kontrolliert. An einer der ersten Abzweigungen wurde er fündig. "Hier fehlt ein Schild", stellte er an der Kreuzung von Wirtschaftswegen fest. Da er Schildchen und Schrauben mithatte, war das Problem rasch aus der Welt. Wanderer könnten auf vielfältige Weise in die Irre gehen, weiß Staudt. So seien Schilder manchmal nicht eindeutig genug angebracht oder durch sich ausbreitendes Grün nicht gut zu erkennen. Manchmal würden sie, da mal an einem Pfosten, mal an Baum oder Zaun angebracht, aber einfach übersehen. Daher würden sie auch möglichst in Augenhöhe montiert.

Extra Belginum-Wanderweg: Der Wanderweg führt vom Wederather Archäologiepark Belginum nach Bernkastel-Kues (14 Kilometer) oder alternativ nach Traben-Trarbach (16 Kilometer). Das Gemeinschaftsprojekt der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, der Stadt Traben-Trarbach, der Gemeinde Morbach und des Vereins Traben-Trarbach-Aktiv wurde mit Beteiligung des Hunsrückvereins realisiert. Infos und Unterlagen bei den Tourist-Informationen, Telefon 06531/4023, 06541/83980 oder 06533/71117, oder im Archäologiepark Belginum, Telefon 06533/957630. (urs)