Der Schlüssel zum Tresor

Autofahrer, die sich in Wittlich nicht auskennen, haben in dem 19 000-Einwohner-Gebiet ein Großstadtproblem: Mit zwei oder drei Schleifen entlang unattraktiver Randgebiete und dem mäßig Einkaufsvergnügen versprechenden Rauf und Runter auf der Südtangente muss man rechnen - falls man beim Versuch, das Herz der Säubrennerstadt von Norden aus zu erobern, nicht ohnehin wieder ganz aus der Innenstadt heraus geleitet wird.

Das zum Frühjahr geplante zusätzliche Beschilderungs-System ist in dieser Orientierungs-Wüste ein Schritt in die richtige Richtung. Schließlich sind leichte Erreichbarkeit, gute Parkverhältnisse sowie ein buntes Gastronomie- und Geschäftsleben auf relativ kleinem Raum die Pluspunkte, die eine historische Altstadt im Kampf mit den Groß-Anbietern auf der grünen Wiese überlebensfähig machen. Darauf gezielt hinzuweisen, kann mehr als der überfällige Service für Touristen sein. Auch an Wittlich Vorbei- und Durchreisende ließen sich mit gut in Szene gesetzten Parkmöglichkeiten um die nächste Ecke eher zu einem Abstecher in die Innenstadt verlocken als mit den winzigen blauen P-Symbolen auf riesigen gelben Ortswegweisern Richtung Plein, Hasborn oder Bitburg. Diese Art der Beschilderung verschweigt, dass es sich um Parkplätze direkt bei der Fußgängerzone handelt, anstatt damit zu werben. Und das, obwohl Parkplätze - neben einem attraktiven Angebot - doch der Dreh- und Angelpunkt für mehr Betrieb in der Innenstadt sind: Denn, wo ich parke, da kaufe ich. Jedenfalls solange keine Straßenbahn von Wittlich-Mitte oder Wittlich-West ins Kleinstadt-Zentrum fährt. d.schommer@volksfreund.de