Der Stadtgeist lockt die Gäste

Seit einiger Zeit gibt es in Zell eine neue Attraktion für die Touristen: Das "Riwigmännchen" führt durch die Stadt.

Zell. (pec) Immer samstags warten Touristen am großen Sonnenschirm am Moselufer auf den neuen Zeller "Stadtgeist", das sogenannte "Riwigmännchen" alias Paul Bohlscheid. Und gehen dann mit ihm auf einen Stadtrundgang.

Wie die Sage erzählt, hat ein Kaimter Bursche im großen Krieg gegen die Schweden einen schwedischen Soldaten erstochen.

Strafe folgt auf dem Fuße



Dieser soll hinter der Zeller Müllerstochter her gewesen sein, die eigentlich dem Kaimter versprochen war. Nach der Bluttat wollte dieser mit seinem Kahn schnell über die Mosel nach Kaimt. Der Kahn kenterte, der Übeltäter ertrank. Seither findet die Seele des Mörders keine Ruhe und wandert durch Zell.

Jetzt, viele Jahre nach der Missetat, schlüpft der Geist in den Körper eines Zeller Bürgers und führt Besucher durch die Stadt. Bei seinem Weg durch die Altstadt erzählt er vom letzten Zeller Fährmann oder an der Kirche, wie sich der Orgelluftbalgtreter "Efersins Jäb" für die Nichtbeachtung durch das Kirchenvolk rächte. Wer am Eingang zum alten Finanzamt über das Wappen des Architekten sinniert, bekommt es vom "Riwigmännchen" auf dessen eigene Art alles erklärt. Wer nicht glaubt, dass im Mittelalter der Weg vom Scharfrichter zum Chirurgen nicht weit war, wird sich bei den Auslassungen des Geistes ein Schmunzeln nicht verkneifen können. Auch was mit den Kelten in Kaimt und den Römern in Zell geschehen ist, erklärt es. Sein jüngster Rundgang mit einer großen Gruppe aus Heidelberg sorgte bei den Gästen jedenfalls für viel Heiterkeit.

Wer sich dem "Riwigmännchen", das seinen Namen der Gemarkung zwischen Corray und Merl verdankt, bei einem Rundgang anschließen möchte, kann sich bei der Tourist-Information Zeller Land, Telefon 06542/962 20, E-Mail info@Zellerland.de oder unter Telefon 06542/611 38 bei Bohlscheid anmelden. Mindestteilnehmerzahl: sechs Personen, Dauer der Tour: 1,5 Stunden.