Der Stadtrat hat dem Umzug der Seniorenakademie ins Cusanus-Geburtshaus zugestimmt. 

Kommunalpolitik : Der Kardinal bekommt neue Mitbewohner

Der Stadtrat hat dem Umzug der Seniorenakademie ins Cusanus-Geburtshaus zugestimmt. 

Am bisher wärmsten Tag des Jahres hat der Stadtrat Bernkastel-Kues eine Entscheidung getroffen, die das Ende manch heißer Diskussionen bedeutet: Die Seniorenakademie wird ihren neuen Sitz im Geburtshaus von Nikolaus Cusanus am Kueser Moselufer haben. Wie mehrfach berichtet, musste sie nach 25 Jahren ihr extra für diesen Zweck gebautes Domizil in der Nähe des St.-Nikolaus-Hospitals räumen, weil der Pachtvertrag abgelaufen war und das Hospital Eigenbedarf anmeldete. In dem Gebäude wurden unter anderem Kurse (Sprachen, Computer und so weiter) und offene Treffs angeboten.

Die Suche nach einer neuen Begegnungsstätte mündete schließlich im Cusanus-Geburtshaus. Nach vielen Gesprächen, unter anderem zwischen Stadt und Cusanusgesellschaft, dem Betreiber des Hauses, ist nun klar, dass die Seniorenakademie zwei Räume nutzen kann. Ein barrierefreier Zugang, ein Aufzug, ein Wintergarten und eine behindertengerechte Toilette vervollkommnen das Angebot.

Die Lösung kommt auch dem Geburtshaus, das als Museum, Ort für Trauungen, Konzerte, Lesungen und Feierlichkeiten dient, zugute. „Es wird mehr in Wert gesetzt“, so Stadtbürgermeister Wolfgang Port. Die noch geschätzten  Baukosten beziffert er auf 302 000 Euro. Wenn das Projekt als Leader-Projekt anerkannt werde, könne ein Zuschuss von 181 000 Euro erwartet werden. Auf Stadt und Verbandsgemeinde kommen außerdem pro Jahr zusammen etwa 35 000 Euro zu. Zum Vergleich: „Für das Jugendkulturzentrum zahlen Stadt und VG zusammen 100 000 Euro pro Jahr“, rechnete Port vor.

„Wir sind mit der Lösung zufrieden“, sagt Herbert Kreber vom Förderkreis der Seniorenakademie. In unmittelbarer Nähe befinde sich ein großer Parkplatz. Die Stadt habe angekündigt, an der Straße am Nikolausufer eine Querungshilfe anzulegen. Die Seniorenakademie könne bereits während der Umbauarbeiten aktiv werden, teilt Stadtbürgermeister Wolfgang Port mit. Herbert Kreber berichtet, dass er bereits ab September Englisch- und Französisch-Kurse anbiete. Er wisse auch von weiteren Angeboten. Die Fraktionen im Stadtrat begrüßen die Lösung. Sie sei in die Zukunft gerichtet, heißt es zum Beispiel von CDU und SPD. Und was würde Nikolaus Cusanus sagen, der 1401 dort geboren wurde und als  Kardinal und Philosoph Weltgeltung erlangte? „Er würde sich freuen“, sagt Gertrud Weydert (Die Grünen).

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