Der Strandkorb muss warten: Nach 23 Jahren im Vorstand des Gewerbevereins wird Kurt Müllers verabschiedet

Der Strandkorb muss warten: Nach 23 Jahren im Vorstand des Gewerbevereins wird Kurt Müllers verabschiedet

Nikoläuse, die Brötchen verteilen, Brunch am verkaufsoffenen Sonntag und viele andere Aktionen hat der Gewerbeverein Morbach in den vergangenen Jahrzehnten auf die Beine gestellt. Das langjährige Vorstandsmitglied Kurt Müllers hat daran großen Anteil. Jetzt hat der Gewerbeverein ihn verabschiedet.

Morbach/Brauneberg. Zum Abschied gab es für das scheidende Vorstandsmitglied Kurt Müllers einen Morbacher Einkaufgutschein - was auch sonst? Denn das ist eines der Projekte, die der Gewerbeverein auf die Beine gestellt hat und das bis heute gut angenommen wird. "In der Region waren wir bei den ersten, die den Gutschein hatten", so Müllers.Nikoläuse verteilen Brötchen

Den Gewerbeverein gibt es schon seit mehr als 60 Jahren. Kurt Müllers ist dazugestoßen, als er 1988 einen kleinen Laden mit 300 Quadratmetern im Morbacher Klosterweg übernommen hat. 1997 ist er mit seinem Bau- und Heimwerkermarkt in die Bahnhofstraße gezogen. Dabei hat er neben der Verantwortung für seinen eigenen Laden auch mit großem Engagement im Gewerbeverein mitgearbeitet. 23 Jahre war er insgesamt im Vorstand, 18 Jahre lang als erster Vorsitzender, und vier Jahre lang haben sich mehrere Aktive die Vorstandsarbeit geteilt. Kurt Müllers sagt: "Wichtig ist, dass die Leute, die im Gewerbeverein mitmachen, Ideen haben und bei der Umsetzung helfen. Bei uns waren auch die, die im Hintergrund stehen, immer aktiv dabei. Deshalb konnten wir so vieles auf die Beine stellen." Gerne erinnert sich Kurt Müllers daran, dass Gewerbevereinsmitglieder sich als Nikoläuse verkleidet an einem Samstagvormittag an die Ortseingänge gestellt und Brötchen verteilt haben. "Schön waren auch die Brunchveranstaltungen an den verkaufsoffenen Sonntagen, am Platz vor der Kirche. Die kamen gut an", berichtet er. "100 Karten sind da immer verkauft worden", so Müllers.Gemeinsame Ausflüge

Er erinnert sich noch gut an die D-Mark-Umtauschaktion im Jahr 2009. Damals, sieben Jahre nach der Umstellung auf den Euro, konnten die Besucher die Mark gegen Morbacher Einkaufsgutscheine eintauschen.
"Ich hatte irgendwo gelesen, dass noch Milliarden in D-Mark in Umlauf sind, und so kam ich zu der Idee. 7000 Mark wurden damals eingetauscht", erklärt der ehemalige Vorsitzende und jetztige Ehrenvorsitzende. Viele Anregungen bekamen die Gewerbevereinsmitglieder bei ihrem Innovationswochenende, an dem sie gemeinsam Ausflüge machen. Dort wurde die Jahresplanung gemacht. "Tolle Ideen sind da entstanden. Durch die andere Umgebung und durch die intensive Beschäftigung mit den Themen, ist das entstanden", sagt Kurt Müllers.Platz für Jüngere


Aber es hat nicht alles geklappt, was sich die Aktiven vorgenommen haben. Eine Bonuskarte, ähnlich einer Paybackkarte für Morbach, hätte der Gewerbeverein gerne auf den Weg gebracht, aber wegen verschiedener Gewinnspannen, unterschiedlicher Geschäftsstrukturen und den Kosten konnte das Projekt nicht umgesetzt werden. Sein Amt niedergelegt hat Kurt Müllers, weil er Platz für Jüngere machen will. "In vielen Geschäften steht ein Generationswechsel an, das sollte sich auch bei uns widerspiegeln." Müllers selbst sieht sich für seine Firma derzeit nach einem Nachfolger um, da es in seiner Familie niemanden gibt, der das Geschäft übernimmt. "Ich kann das gerne noch ein paar Jahre machen, aber wir sind dabei uns umzusehen. Damit sollte man nicht zu lange warten", erklärt er. Inzwischen lebt Kurt Müllers, der von der Mosel stammt, in Brauneberg. Seinen Morbacher Einkaufsgutschein wird er aber auf jeden Fall einlösen.

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