Der TV gehört zu ihrem Leben

Ein Tag ohne den Trierischen Volksfreund ist für Alma Hoch ein schlechter Tag. Denn sie liest die Zeitung auch im hohen Alter noch von vorne bis hinten. Sie reflektiert auch noch sehr anschaulich wichtige Stationen ihres Lebens.

Starkenburg. Wer den Trierischen Volksfreund liest, wird alt und bleibt geistig fit. Beweisen lässt sich das leider nicht, für Alma Hoch gilt es aber uneingeschränkt. Die Starkenburgerin feiert heute, Mittwoch, ihren 95. Geburtstag. Bis vor drei Jahren hat sie noch selbst gekocht, bei der Gartenarbeit ist sie noch regelmäßig zu sehen. Viel Zeit verbringt sie mit der Lektüre des Trierischen Volksfreunds.
"Den lese ich von vorne bis hinten. Werde ich morgens nicht fertig, mache ich mittags weiter", erzählt sie. An diesem Tag steht ein großer Bericht über das Mittelmosel-Museum in Traben-Trarbach im Lokalteil. "Den muss ich noch lesen", sagt sie. "Ich bin etwas nervös", gesteht sie dem TV-Redakteur und weiß zum Beispiel nicht auf Anhieb, wann sie ihren 2011 gestorbenen Mann Herbert geheiratet hat. Was sie sofort weiß: Sie wollte keinen Mann, der Landwirt oder Winzer ist. Aus einem solchen Betrieb stammt sie.
Im Zweiten Weltkrieg musste sie mit ihrer Mutter Felder und Weinberge beackern. Ein französischer Kriegsgefangener half mit. Offiziell durfte der nicht mit am Esstisch sitzen. "Das war bei Strafe verboten", erinnert sich die Jubilarin. Das scherte sie und ihre Mutter aber nicht. Alma Hoch erinnert sich auch noch, wie britische Flugzeuge Bomben in Richtung der Traben-Trarbacher Brücke abwarfen, das Bauwerk aber verfehlten. Von Starkenburg hoch über der Mosel gelegen, sei das alles gut zu sehen gewesen. Zwei Kinder hat sie zur Welt gebracht. Der Sohn wohnt in Traben-Trarbach, die Tochter in Düsseldorf. Sie kommt fast jedes Wochenende mit ihrem Mann nach Starkenburg und hat vor einigen Jahren Jutta Burg angestellt. Die ehemalige Altenpflegerin ist montags bis freitags von morgens bis zum frühen Abend für Alma Hoch da. Die freut sich nicht nur auf ihren Ehrentag, sondern auch auf das zweite Urenkelkind. cb